Geheime Untergrundstadt an der Ostsee: Batterie Vineta öffnet ihre Tore
Geheime Untergrundstadt an der Ostsee: Batterie Vineta öffnet ihre Tore

Zwischen Ostseewald und Küstendünen auf der Insel Wolin liegt einer der faszinierendsten Orte Polens: die ehemalige Batterie Vineta bei Swinemünde. Was einst als geheime Militärbasis diente, ist heute ein Schauplatz für Geschichtsinteressierte, Abenteuerlustige und Neugierige.

Der Komplex, besser bekannt als „Unterirdische Stadt“, wurde ab 1935 von deutschen Militärstrategen erbaut und 1939 fertiggestellt. Vier Kampfbunker mit schweren 15-Zentimeter-Geschützen, ein zweistöckiger Kommandobunker sowie Radarstationen, Munitionslager und Maschinenräume schützten ein Gelände von rund 15 Hektar. Bereits 1941 wurden die Geschütze nach Holland verlegt, die Anlage diente fortan nur der Ausbildung.

Nach Kriegsende übernahm die Rote Armee den Komplex, später die polnische Armee. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Anlage zum Symbol des Kalten Krieges: Über 1.000 Meter unterirdische Tunnel verbanden Bunker mit Funkstationen, Kasernen, Werkstätten und einer Krankenstation. Unter dem Decknamen „Stadt 10150“ diente sie als Ersatz-Kommandoposten für die polnische Generalität.

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Nach den letzten Manövern 1995 verfiel der Komplex, bis ihn 2013 das Museum für Küstenverteidigung in Swinemünde übernahm. Seit dem 1. Mai 2014 ist die „Unterirdische Stadt“ für Besucher geöffnet. Ein 90-minütiger Rundgang führt durch enge Gänge und schwere Türen, vorbei an originaler Technik. Konstante zehn Grad Celsius und der Geruch von Metall und Geschichte prägen das Erlebnis.

Führungen sind nur mit Begleitung erlaubt. Uniformierte Guides kommandieren die Gruppen mit Augenzwinkern. Besucher sollten keine Platzangst haben und eine Jacke mitbringen. Erwachsene zahlen je nach Saison rund 12 Euro, ermäßigt etwa 10 Euro. Die Zufahrt erfolgt über den Swinetunnel oder die Fähre nach Wolin.

Heute zählt die Anlage zu den beliebtesten Attraktionen der Region und zieht jährlich tausende Besucher aus Polen und Deutschland an. In der Nähe locken das preußische Fort Gerhard, der höchste Leuchtturm Polens und kilometerweite Strände auf Usedom und Wolin.

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