Dritte Affäre: Bill Gates vor US-Kongress zu Epstein-Kontakten
Bill Gates räumt dritte Affäre vor US-Kongress ein

Bill Gates, Mitgründer von Microsoft, hat vor dem US-Kongress eine dritte außereheliche Affäre eingeräumt. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Protokoll seiner mehrstündigen Befragung vom 10. Juni hervor. Der 70-Jährige sprach dort nicht nur über seine privaten Verfehlungen, sondern auch über seine Treffen mit Jeffrey Epstein, dem verurteilten Sexualstraftäter, der 2019 in Haft starb.

Die dritte Frau: Eine Ärztin

In den öffentlich bekannten Zusammenfassungen der Kongressaussage blieb die Frau zunächst anonym; beschrieben wurde sie lediglich als „doctor“, also als Ärztin. In seiner vorbereiteten Erklärung betonte Gates laut „Telegraph“, seine Affären hätten „nichts“ mit seinen Kontakten zu Epstein zu tun gehabt. Auch die Beziehung habe demnach bereits stattgefunden, bevor Gates Epstein im Jahr 2011 kennenlernte. Gates wirkte daher offenbar überrascht, als ihm die Abgeordneten vorhielten, Epstein habe von dieser dritten Affäre gewusst. Zuvor hatte Gates erklärt, Epstein habe lediglich Kenntnis von „den beiden“ Beziehungen gehabt, über die man bereits gesprochen habe.

Epsteins Nachricht aus dem Jahr 2013

Dann legten ihm die Abgeordneten laut Protokoll eine Nachricht vor, die Epstein im Juli 2013 an sich selbst geschickt hatte. Darin wurde die Affäre im Zusammenhang mit Gates erwähnt. In früher veröffentlichten Versionen dieser E-Mail, die das US-Justizministerium zugänglich gemacht hatte, war ihr Name geschwärzt. Auf die Bedeutung der Nachricht angesprochen, räumte Gates ein: „Es habe eine Zeit gegeben, in der ich eine Affäre mit ihr hatte. Das könnte also in diese Kategorie fallen.“

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Verdacht auf Erpressung

Gleichzeitig stellte Gates einen schweren Verdacht in den Raum. Nach seiner Darstellung sammelte Epstein Informationen über seine Untreue und reicherte sie mit „buchstäblich Dutzenden falscher Dinge“ an. Der Unternehmer glaubt, Epstein habe diese Mischung aus privaten Details und angeblichen Erfindungen später als Druckmittel nutzen wollen – also, um Gates zu beeinflussen oder zu Zahlungen zu bewegen. Er selbst sei zwar „nicht erpresst“ worden, sagte Gates laut Protokoll. Doch wenn man die E-Mails betrachte, entstehe der Eindruck, dass Epsteins Überlegungen genau „in diese Richtung“ gegangen seien.

Treffen in Seattle im August 2013

Aufschlussreich erscheint vor diesem Hintergrund ein Treffen im August 2013. Gates berichtete, Epstein sei damals in sein Büro von Gates Ventures in Seattle geflogen. Offiziell sei es um eine Abfindung für Boris Nikolic gegangen, einen früheren wissenschaftlichen Berater der Gates-Stiftung und Bekannten beider Männer. In einem Vieraugengespräch habe Epstein jedoch „verschleierte Anspielungen“ auf Gates’ Affären gemacht. Nach eigener Darstellung zog Gates damals eine klare Grenze. Seine Botschaft an Epstein habe sinngemäß gelautet: Falls Epstein glaube, auf diese Weise mehr Geld aus ihm herauszubekommen, werde das nicht geschehen. Dann werde Gates den öffentlichen Schmerz eben ertragen und damit umgehen.

Kontakte häufiger als angenommen

Gates bestreitet weiterhin, jemals Missbrauchstaten Epsteins beobachtet zu haben. Laut „Telegraph“ sagte er, es sei „ein Fehler gewesen, Zeit mit ihm zu verbringen“. Auf Nachfrage wies er jedes sexuelle Fehlverhalten zurück. Zugleich räumte er ein, er könne unwissentlich „in der Gegenwart von Opfern gewesen sein“, während er Epstein traf. Zur Erklärung führte Gates an, einige der Frauen und Mädchen seien bei Epstein beschäftigt gewesen. Aus der Aussage geht zudem hervor, dass Gates und Epstein deutlich häufiger Kontakt hatten als lange angenommen. Zwischen zwölf und vierzehn Mal sollen sie sich persönlich getroffen haben, hinzu kamen zwei Skype-Gespräche. Die Kontakte erstreckten sich über rund vier Jahre. 2014 habe er die Verbindung schließlich abgebrochen, sagte Gates. Epstein habe immer wieder versprochen, zahlungskräftige Spender für philanthropische Projekte zu gewinnen. Am Ende sei daraus „nichts“ geworden.

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