Antisemitischer Vorfall in Bayern: Hotel lehnt israelischen Gast ab
Ein Hotel im bayerischen Lam hat eine Buchungsanfrage eines Gastes aus Israel mit der Begründung „keine Juden erlaubt“ abgewiesen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert nun eine strafrechtliche Untersuchung des Vorfalls. Der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Aussage unabhängig von jeder Rechtfertigung menschenverachtend sei und auf ihre strafrechtlichen Konsequenzen überprüft werden müsse.
Hintergrund des Vorfalls
Die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador-Fresher, machte den Vorfall auf der Plattform X öffentlich. Sie veröffentlichte einen Screenshot der Antwort des Hotels „Zum Hirschen“ in Lam, in dem es auf Englisch hieß: „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“ Das Hotel entschuldigte sich später per E-Mail bei dem Gast und lud ihn und seine Familie zu einem kostenlosen Urlaub ein. Der Juniorchef Andreas Vogl erklärte, die Antwort sei auf Betrugsverdacht zurückzuführen gewesen. Das Hotel sei seit längerem mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen konfrontiert, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden seien. Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, dass es sich um einen Fake handele.
Reaktionen und Folgen
Josef Schuster kritisierte das Hotel scharf: „Auch wenn ich die Entschuldigung zur Kenntnis genommen habe, bleibt es schockierend, dass jemand diesen Gedankengang nicht nur haben, sondern auch verschriftlichen und verschicken würde.“ Seit dem Vorfall gehen beim Hotel täglich Drohungen und Morddrohungen ein. Die Buchungsplattform, über die die Anfrage gestellt wurde, hat das Hotel von der Seite genommen. Vogl bezeichnete dies als „Riesenproblem“ und bezweifelte, dass sich trotz der Klarstellung etwas daran ändern werde.



