Bully Herbigs Schule: Traditions-Internat Schloss Brannenburg insolvent
Bully Herbigs Internat Schloss Brannenburg insolvent

Brannenburg – Für Generationen von Schülern war es ein Ort zum Lernen, Leben und Erwachsenwerden. Nun steht fest: Das traditionsreiche Internat Schloss Brannenburg muss schließen. Der Schulbetrieb werde „geordnet Ende Juli 2026 beendet“, heißt es in einer Pressemitteilung. Es sind traurige Nachrichten für Schüler, Eltern und Lehrer der Bildungseinrichtung, die auch durch einen ihrer prominentesten Absolventen bekannt wurde: Komiker und Filmemacher Michael „Bully“ Herbig (58, „Der Schuh des Manitu“, „LOL“) besuchte das Internat Schloss Brannenburg im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und machte dort seinen Realschulabschluss, bevor er später als Entertainer berühmt wurde.

Schloss Brannenburg ist insolvent

Schloss Brannenburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1956 wurde dort der Lehrbetrieb aufgenommen. Zuerst als Landschulheim für Jungs, später kamen die Mädchen dazu. Auf ihrer Internetseite wirbt die Einrichtung mit ihrer langen Tradition und mehr als 60 Jahren Erfahrung in Internats- und Schulbildung im Schloss. Über Jahrzehnte wurden hier eine staatlich anerkannte Realschule, eine Fachoberschule (FOS) sowie ein Internat für Mädchen und Jungen betrieben. Vom Insolvenzantrag des Internats Schloss Brannenburg sind insgesamt 43 Beschäftigte betroffen, darunter 25 Lehrkräfte.

Doch nun hat die Institut Schloss Brannenburg GmbH beim zuständigen Amtsgericht Rosenheim einen Insolvenzantrag gestellt. Noch können die Schüler im Schloss Brannenburg lernen. Aber nicht mehr lange. „Unser Ziel ist es, den Schulbetrieb bis zum Ende des Schuljahres stabil aufrechtzuerhalten und für alle Beteiligten eine möglichst geordnete Lösung zu gewährleisten“, erklärt Dr. Harald Schwartz als vorläufiger Insolvenzverwalter in der Pressemitteilung. Nach dem laufenden Schuljahr ist dann endgültig Schluss.

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Die wirtschaftliche Realität holte die Schule ein

Nach Angaben der Institutsleitung führten vor allem rückläufige Schülerzahlen sowie gleichzeitig stark gestiegene Kosten in die Krise. Die Einnahmen reichten nicht mehr, um die Schule zu finanzieren. Der Insolvenzantrag sei daher unumgänglich gewesen.

Die Schulleitung erklärt: „Bedauerlicherweise ist das Konzept einer privaten Realschule in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar.“ Und weiter: „Die steigenden Betriebskosten unseres historischen Gebäudes und die sinkende Auslastung bei den Schülerzahlen haben uns daher gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Es entspricht unserer festen Überzeugung, dass die Bildung und individuelle Entwicklung der Schülerschaft nicht unter der wirtschaftlichen Situation der Schule leiden dürfen. Wir sehen uns daher auch in der Pflicht, den Internats- und Schulbetrieb zu schließen, bevor wir dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden können.“ Nach Jahrzehnten endet damit die Geschichte eines der bekanntesten Internate im Landkreis Rosenheim.

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