Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat im SPIEGEL-Gespräch seine Strategie gegen den Aufstieg der AfD dargelegt. Der Grünen-Politiker, der seit Mai 2026 eine Koalition mit der CDU führt, betonte: „Ich glaube, es ist kein Naturgesetz, dass die AfD immer stärker wird. Das hat schon auch etwas mit uns zu tun.“ Bei der Landtagswahl erreichte die AfD knapp 19 Prozent.
Vier zentrale Handlungsfelder gegen den Rechtsruck
Özdemir nannte vier Bereiche, in denen die Regierung überzeugen müsse, um die AfD zu schwächen: „Ob es uns gelingt zu zeigen, dass die Einwanderung von Fachkräften, dass wir das gesteuert bekommen. Und dass die irreguläre Migration zurückgedrängt wird. Dass innere Sicherheit bei uns in guten Händen ist, und dass wir die wirtschaftliche Veränderung so machen, dass die Leute nicht aus der Kurve fliegen.“
Der Ministerpräsident forderte zudem ein Ende des internen Streits in der Politik: „Vor allem aber, dass wir Politik so machen, dass wir unseren Mitbewerbern nicht das Schwarze unter den Fingernägeln missgönnen, und uns permanent streiten.“
Hintergrund: Schwarz-Grüne Koalition in Baden-Württemberg
Özdemir regiert seit Mai 2026 an der Spitze einer grün-schwarzen Koalition. Die AfD erzielte bei der Landtagswahl 2026 mit 19 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis im Südwesten. Der Grünen-Politiker sieht die Ursachen für den Erfolg der Rechtsaußen-Partei nicht als schicksalhaft an, sondern als Folge politischer Versäumnisse.
Das vollständige SPIEGEL-Gespräch mit Cem Özdemir, geführt von Christine Keck und Roland Nelles, ist in der aktuellen Ausgabe nachzulesen. Darin äußert sich der Regierungschef auch zu seinem „krass privilegierten Leben“ und seinem Wunschjob.



