Der Berliner Bezirk Neukölln prüft derzeit den Vorkauf von drei Wohnhäusern im Flughafenkiez. Dies gab Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne) am Montag gegenüber dem Tagesspiegel bekannt. Konkret handelt es sich um die Gebäude in der Boddinstraße 57a, Boddinstraße 57 sowie der Isarstraße 5. Alle drei Objekte liegen innerhalb eines Milieuschutzgebietes.
Hintergrund der Prüfung
Auslöser für die Überlegungen sind Hinweise auf mögliche Verstöße gegen die Milieuschutzverordnung. Diese soll die angestammte Bevölkerung vor Verdrängung durch steigende Mieten schützen. Die Bezirksverwaltung hat nun die Möglichkeit, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen, um die Häuser zu erwerben und so die Mieter zu schützen.
Entscheidung bis Ende August
Bis zum Ende des Monats August soll eine Entscheidung fallen, ob der Bezirk die Häuser tatsächlich übernimmt. Sollte der Vorkauf erfolgen, könnten die Gebäude in öffentliches Eigentum übergehen und langfristig bezahlbarer Wohnraum gesichert werden.
Biedermann betonte, dass der Bezirk eng mit den Mietern zusammenarbeite. „Wir haben uns vernetzt und die Umbauten zusammengetragen“, erklärte der Stadtrat. Dies zeige, dass die Behörde die Entwicklung im Kiez genau beobachte und bei Bedarf eingreife.
Milieuschutz in Neukölln
Der Flughafenkiez ist eines von mehreren Milieuschutzgebieten in Neukölln. Ziel dieser Regelung ist es, die Zusammensetzung der Bevölkerung zu erhalten und Luxussanierungen sowie Umwandlungen in Eigentumswohnungen zu verhindern. Der Vorkauf ist ein starkes Instrument, das der Bezirk bereits in anderen Fällen erfolgreich eingesetzt hat.
Die Prüfung der drei Häuser zeigt, dass die Verwaltung wachsam ist und gegen Missstände vorgeht. Mieter und Bezirk hoffen nun auf eine positive Entscheidung, die den Bewohnern langfristige Sicherheit geben würde.



