HUK-Coburg erzielt historischen Gewinn bei steigenden Versicherungskosten
Der deutsche Marktführer im Bereich der Kfz-Versicherungen, die HUK-Coburg, erwartet für das laufende Jahr weitere Preissteigerungen bei Autoversicherungen. Hauptgrund sind die kontinuierlich steigenden Reparaturkosten, die insbesondere durch teure Ersatzteile getrieben werden. Jörg Rheinländer, Vorstand für die Autoversicherungssparte, bestätigte diese Entwicklung und verwies auf die bereits erfolgten Beitragsanpassungen.
Steigende Kosten und notwendige Anpassungen
In der vergangenen Preisrunde stiegen die Prämien für Bestandsversicherungen bei der HUK um etwa 8 Prozent. Für 2026 prognostiziert Rheinländer eine sogenannte notwendige Beitragsanpassung, da die Schadeninflation voraussichtlich bei rund 7 Prozent liegen wird. Die gesamte Autoversicherungsbranche beklagt seit Jahren die stark steigenden Reparaturkosten, die maßgeblich durch die Verteuerung von Ersatzteilen verursacht werden.
Historischer Rekordgewinn trotz Herausforderungen
Trotz dieser finanziellen Belastungen erzielte die HUK-Coburg im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Rekordgewinn. Der Versicherer verdiente nach Steuern 621 Millionen Euro, was einem Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte darstellt. Klaus-Jürgen Heitmann, Sprecher des Vorstands, betonte: 2025 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens.
Die Autoversicherungssparte trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei, da die Schadenkosten im vergangenen Jahr unter den Beitragseinnahmen lagen. Im Jahr 2024 war dies noch umgekehrt gewesen. Neben deutlichen Beitragserhöhungen profitierte die HUK auch von einer geringeren Anzahl an Unfällen und Elementarschäden durch Hagel oder Sturm.
Solide finanzielle Kennzahlen und Wachstum
Die Schaden-Kostenquote in der Kfz-Versicherung lag 2025 bei 96,2 Prozent. Werte unter 100 Prozent zeigen, dass der Versicherer weniger Kosten als Einnahmen verzeichnet. Rheinländer wies darauf hin, dass etwa zwei Prozentpunkte dieser Quote auf geringe Elementarschäden zurückzuführen sind, was bedeutet, dass die Autoversicherungssparte schon noch scharf am Wind segelt. Er betonte, dass die HUK keine Preiskämpfe initiieren, aber auch nicht tatenlos zusehen werde, falls andere Akteure dies täten.
Insgesamt setzt die HUK-Coburg ihren Wachstumskurs fort:
- Die Beitragseinnahmen stiegen um gut 10 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro.
- Die Gesamtzahl der Verträge erhöhte sich um 1,6 Millionen auf 47,8 Millionen, darunter 14,5 Millionen Autoversicherungen.
- Die Belegschaft wuchs von 10.468 auf 11.942 Mitarbeiter, teilweise aufgrund der Übernahme der Werkstattkette Pitstop.
- Für 2026 wird ein weiterer Anstieg der Mitarbeiterzahl erwartet.
Diese positiven Entwicklungen unterstreichen die robuste Position der HUK-Coburg im deutschen Versicherungsmarkt, auch wenn die Kunden mit steigenden Prämien rechnen müssen.



