Die US-Erzeugerpreise sind im Mai erneut gestiegen – und zwar stärker als von Ökonomen erwartet. Wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, legten die Preise auf Herstellerebene im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent zu. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.
Jahresvergleich zeigt deutlichen Anstieg
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Erzeugerpreise um 6,5 Prozent. Auch hier übertraf die tatsächliche Entwicklung die Prognosen: Analysten hatten einen Zuwachs von 6,4 Prozent erwartet, nach revidierten 5,7 Prozent im April. Die Erzeugerpreise gelten als früher Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise.
Ölpreisschock als Haupttreiber
Hauptgrund für den Preisdruck ist der anhaltende Anstieg der Ölpreise, der mit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar eingesetzt hat. Dies hat auch die US-Inflationsrate kräftig in die Höhe getrieben. Die Teuerungsrate kletterte im Mai auf 4,2 Prozent im Jahresvergleich – der höchste Stand seit April 2023.
Unternehmen geben Kosten weiter
Experten gehen davon aus, dass Unternehmen einen Teil des gestiegenen Kostendrucks an die Verbraucher weiterreichen werden. Dies könnte die Inflation weiter anheizen. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält sich derweil zurück: Sie beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Fed bleibt abwartend
Die Finanzmärkte rechnen vorerst mit einer weiterhin abwartenden Geldpolitik der Fed. Anders als die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Fed nach Einschätzung von Marktbeobachtern zunächst keinen Zinsschritt unternehmen. Die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage ruht unter anderem auf möglichen Fortschritten im US-chinesischen Handelskonflikt, die den Aktienmärkten jüngst Auftrieb gaben.



