Betrugsmasche am Flughafen: Wie Reisende zu Drogenkurieren gemacht werden
Wer am Flughafen seinen Koffer abgibt, macht sich oft Sorgen um Verspätungen oder Verlust. Doch eine neue Betrugsmasche zeigt, dass es noch schlimmer kommen kann. Kriminelle machen ahnungslose Passagiere offenbar zu Drogenschmugglern, wie das kanadische Magazin „CTV News“ nach einer investigativen Recherche berichtet. Auch TRAVELBOOK, das ebenfalls zu Axel Springer gehört, berichtet über die perfide Methode.
So funktioniert die Masche
Der Ablauf wirkt zunächst harmlos. Am Check-in-Schalter wird der Koffer gewogen und erhält eine Banderole mit dem Namen des Passagiers und dem Zielflughafen. Alles scheint normal. Doch genau hier setzen die Täter an. Sie tauschen die Banderole aus. Das Schild landet an einem anderen Koffer – und der ist prall gefüllt mit Drogen.
Was wie ein Albtraum klingt, ist laut „CTV News“ Realität. Insgesamt 17 bekannte Fälle soll es geben. Betroffen waren unterschiedliche Flüge und Passagiere, der Abflugort war immer Kanada. Die Ziele variierten: mal ging es nach Deutschland, mal nach Marokko oder Frankreich. Darunter waren auch Länder, in denen auf Drogenschmuggel die Todesstrafe steht.
Mehrere Fluggäste wurden festgenommen und abgeführt. In allen bekannten Fällen konnten die unschuldigen Opfer am Ende entlastet werden.
Korrupte Flughafenmitarbeiter verhaftet
Wie genau die Täter vorgehen, ist laut der Recherche nicht vollständig geklärt. Im Zuge der Ermittlungen wurden jedoch mehrere Flughafenmitarbeiter verhaftet. Sie sollen Banderolen von Koffern entfernt und an Gepäckstücke angebracht haben, die mit Drogen gefüllt waren. Im Zielland warteten dann die „Empfänger“. Denn die Drogenkoffer waren zusätzlich mit einem Peilsender ausgestattet. Wurde das Gepäck bei einer Kontrolle herausgezogen, geriet der unschuldige Fluggast in Erklärungsnot.
So schützen sich Reisende
Reisende sollen vorab Fotos und Videos von ihrem Gepäck am Flughafen machen. So lässt sich dokumentieren, wie der eigene Koffer tatsächlich aussieht, um es später auch beweisen zu können. Auch Aufnahmen während des Wiegens am Check-in können helfen. So kann man nachweisen, wie schwer der Koffer bei der Aufgabe war – und ob sich das Gewicht nach dem Einchecken verändert hat. Hilfreich kann zudem ein Tracker sein. So kann man am Ende nachweisen, wo sich der echte Koffer gerade befindet.
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