Illegale Tabakfabrik in Rheinland-Pfalz: 5,4 Mio. Euro Steuerschaden
Illegale Tabakfabrik: 5,4 Mio. Euro Steuerschaden

Illegale Zigarettenfabrik in Rheinland-Pfalz aufgeflogen

Zollfahnder haben eine illegale Zigarettenfabrik in Rheinland-Pfalz ausgehoben und dabei einen gewaltigen Fund gemacht. Fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten, über 16 Tonnen Tabak sowie umfangreiches Produktionsmaterial wurden sichergestellt. Vier Männer wurden festgenommen. Der entstandene Steuerschaden beläuft sich auf 5,4 Millionen Euro.

Festnahmen und Durchsuchungen

Die Festnahmen erfolgten am 20. Mai 2026 in Ahlen und Salzkotten (Nordrhein-Westfalen) sowie in Offenbach und Maintal (Hessen). Spezialeinheiten des Zolls griffen zu. Bei den Festgenommenen handelt es sich um vier Männer mit rumänischer und moldawischer Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 25 und 54 Jahren. Das Amtsgericht Bielefeld erließ gegen alle vier Untersuchungshaftbefehle.

Zwischen dem 20. und 22. Mai durchsuchten die Beamten insgesamt 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Fokus stand ein ehemaliges Fabrikgelände in Staudt (Rheinland-Pfalz). Dort entdeckten die Einsatzkräfte die illegale Zigarettenproduktionsanlage.

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Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt

In einer Lagerhalle in Ahlen fanden die Ermittler rund zehn Millionen unversteuerte Zigaretten, weitere rund neun Millionen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim. Zusätzlich beschlagnahmten die Zollfahnder 16 Tonnen Tabak, rund 75.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Smartphones.

Professionelle Tarnung der Täter

Die Täter hatten die Immobilie aufwendig ausgebaut. Um die Anlagen unentdeckt zu betreiben, installierten sie eine professionelle Geräuschdämmung, die das kriminelle Treiben nach außen abschirmte. Auch eine Videoüberwachungsanlage war vorhanden.

Die dort eingesetzten Arbeiter – mutmaßlich mindestens elf Personen – waren den bisherigen Erkenntnissen nach über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Lebensbedingungen in den Räumlichkeiten eingeschlossen.

Millionen Zigaretten im Umlauf

Die Zollfahnder gehen davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben. Bei den Einsatzmaßnahmen waren mehr als 120 Kräfte vor Ort. Die Ermittlungen werden durch das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführt und dauern noch an.

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