Die Kosten für ein Girokonto steigen weiter: Fast jeder vierte Bankkunde in Deutschland zahlt mittlerweile mindestens 100 Euro pro Jahr für die Kontoführung. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsportals Verivox hervor, die Ende April 2026 durchgeführt wurde. Bei fünf Prozent der Befragten summieren sich die jährlichen Gebühren sogar auf mehr als 200 Euro.
Sparkassenkunden besonders betroffen
Besonders tief in die Tasche greifen müssen Kunden der Sparkassen. Dort zahlt mehr als jeder Dritte (34 Prozent) jährlich einen dreistelligen Betrag für sein Girokonto. Bei Genossenschaftsbanken wie Volks- und Raiffeisenbanken liegt dieser Anteil bei knapp 26 Prozent. Über ein komplett kostenfreies Konto verfügt insgesamt nur etwa jeder fünfte Befragte (18 Prozent).
Warum Sparkassen teurer sind
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, erklärt die höheren Gebühren der Sparkassen mit deren dichtem Filialnetz. „Nach wie vor betreiben die Sparkassen ein dichtes Filialnetz, das weit in den ländlichen Raum hineinreicht. Das ist teuer, bietet Verbrauchern, denen eine persönliche Vor-Ort-Beratung wichtig ist, aber auch einen Mehrwert. Deshalb ist es legitim, wenn diese Kundennähe in den Kontogebühren eingepreist wird“, so Maier.
Kostenlose Alternativen
Viele Direktbanken und Smartphone-Banken bieten hingegen kostenfreie Girokonten an. Allerdings verlangen manche Anbieter dafür einen monatlichen Mindesteingang an Geldern. Zudem haben sie keine Filialen, die Kunden bei Fragen oder Problemen aufsuchen können. Für Verbraucher, die auf persönliche Beratung verzichten können, sind diese Angebote eine günstige Alternative.
Umfragedetails
Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Verivox 1003 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Umfrage ist den Angaben nach repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.



