Hitze im Auto: Tipps für mehr Sicherheit und Komfort
Hitze im Auto: Sicherheitstipps für heiße Tage

Wenn die Sonne brennt, wird das Auto schnell zur Hitzefalle. Nicht nur der Fahrkomfort leidet, sondern auch die Sicherheit. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie die Belastung für sich, Ihre Mitfahrer und die Fahrzeugtechnik deutlich reduzieren.

Erst lüften, dann kühlen

Nach längerem Parken in der Sonne können im Innenraum Temperaturen von über 70 Grad herrschen. Vor dem Einsteigen sollten Sie die heiße Luft entweichen lassen: Öffnen Sie kurz alle Türen, Fenster und gegebenenfalls das Schiebedach oder die Heckklappe. Bei manchen Fahrzeugen lassen sich die Fenster bereits per Fernbedienung absenken. Erst danach schalten Sie die Klimaanlage ein. Der Umluftbetrieb hilft zunächst, weil dann keine weitere heiße Außenluft ins Auto gelangt. Nach dem Abkühlen sollten Sie jedoch wieder auf Frischluftzufuhr umschalten. Bei Fahrzeugen mit Klimaautomatik reicht meist das Einstellen der Wunschtemperatur. Richten Sie die Luftdüsen nicht direkt auf Augen, Nacken oder unbekleidete Haut. Kühlen Sie den Innenraum nicht übermäßig herunter – eine Differenz von maximal sechs Grad zur Außentemperatur ist ein guter Richtwert. Wenn Sie mehr Kühlung wünschen, erhöhen Sie die Gebläsestufe.

Schatten suchen

Am besten heizt sich ein Auto gar nicht erst stark auf. Ein Stellplatz in der Garage, unter einem Carport oder im Schatten eines Baumes schont Insassen, Klimaanlage und Material. Wenn kein schattiger Parkplatz verfügbar ist, helfen reflektierende Abdeckungen hinter der Windschutzscheibe oder Rollos an den Seitenscheiben. Auch helle Handtücher auf Lenkrad und Ledersitzen verhindern, dass die Oberflächen beim Einsteigen unangenehm heiß werden. Die Außenfarbe des Fahrzeugs spielt ebenfalls eine Rolle: Dunkle Fahrzeuge absorbieren mehr Sonnenenergie als helle und heizen sich dadurch stärker auf. Die Klimaanlage muss dann mehr leisten, was den Verbrauch und die Emissionen erhöht. Laut einer Untersuchung des Berkeley Lab beträgt der Mehrverbrauch bei einem schwarzen Auto im Sommer bis zu zwei Prozent im Vergleich zu einem hellen. Besonders bei einem Mietwagen für die Urlaubsreise in südliche Regionen lohnt es sich, die Farbe zu bedenken.

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Technik und Flüssigkeiten prüfen

Nicht nur Menschen leiden unter hohen Temperaturen. Auch Motor und Kühlsystem werden bei Hitze, besonders im Stau und im Stop-and-Go-Verkehr, stark beansprucht. Vor längeren Reisen sollten Sie daher den Kühlmittel- und Ölstand kontrollieren. Während der Fahrt empfiehlt es sich, gelegentlich die Kühlmitteltemperatur im Blick zu behalten. Steigt sie deutlich an und ist kein sicherer Stopp in Sicht, kann es helfen, die Heizung voll aufzudrehen. Dadurch wird Wärme aus dem Kühlkreislauf in den Innenraum abgegeben. Spätestens an der nächsten sicheren Haltemöglichkeit sollten Sie das Auto jedoch abstellen und die Ursache prüfen. Wichtig: Verschlüsse von Kühlsystem oder Ausgleichsbehälter dürfen bei heißem Motor nicht unvorsichtig geöffnet werden, da unter Druck austretende Flüssigkeit schwere Verbrennungen verursachen kann.

Besonderheiten beim Elektroauto

Im Hochsommer gilt für Elektroautos: Sehr hohe Temperaturen und ein vollgeladener Akku sind auf Dauer keine ideale Kombination. Wenn Sie Ihr Fahrzeug länger abstellen, sollten Sie sich an die Ladeempfehlung des Herstellers halten – häufig liegt sie bei rund 80 Prozent. Auf 100 Prozent sollte möglichst erst kurz vor einer längeren Fahrt geladen werden. Moderne Thermomanagementsysteme schützen den Akku zwar, aber dauerhaft ungünstige Bedingungen beschleunigen seine Alterung.

Wasser an Bord

Selbst in einem klimatisierten Fahrzeug verliert der Körper an heißen Tagen Flüssigkeit. Zudem trocknet die Klimaanlage die Luft und damit Schleimhäute und Augen aus. Flüssigkeitsmangel führt zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und nachlassender Konzentration – am Steuer eine gefährliche Kombination. Für längere Fahrten gehört daher ausreichend Flüssigkeit ins Auto. Geeignet sind vor allem Wasser oder ungesüßte Getränke. Stark gezuckerte Limonaden liefern zwar kurzfristig Energie, begünstigen anschließend aber ein Leistungstief. Getränkeflaschen sollten nicht lose im Innenraum liegen, sondern sicher verstaut werden, damit sie bei einer Vollbremsung nicht zu Geschossen werden.

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Bequem, aber sicher kleiden

Leichte und luftige Kleidung macht Autofahrten im Sommer angenehmer. Allerdings ist sehr knappe Bekleidung unpraktisch, vor allem auf stark aufgeheizten Ledersitzen. Der direkte Hautkontakt ist dann schmerzhaft, und langes Sitzen wird schnell unangenehm. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Schuhwerk. Flipflops oder Barfußfahren ist zwar nicht grundsätzlich verboten, wird aber bei einer Notbremsung oder einem schnellen Ausweichmanöver problematisch. Sicherer sind Schuhe, die fest am Fuß sitzen und ein kontrolliertes Pedalbedienen ermöglichen. Nach einem Unfall kann ungeeignetes Schuhwerk zudem zu Diskussionen über ein mögliches Mitverschulden führen.