Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat wieder zur Wahl des „Goldenen Windbeutels“ aufgerufen. Mit diesem Negativpreis werden die dreistesten Werbelügen des Jahres ausgezeichnet. Fünf Kandidaten stehen zur Auswahl, die mit irreführenden Versprechungen locken. Verbraucher können bis zum 30. Juni 2026 online abstimmen.
Die Kandidaten des Goldenen Windbeutels 2026
Zu den Nominierten gehört ein Matcha-Produkt, das mit einem hohen Gehalt an wertvollem Grüntee-Extrakt wirbt, aber tatsächlich nur eine Messerspitze Matcha enthält. Ein weiterer Kandidat sind Gummibärchen, die angeblich das Sexleben verbessern sollen. Wissenschaftlich ist dieser Effekt jedoch nicht belegt. Auch ein teures Backpulver für den Airfryer steht zur Wahl, das deutlich teurer ist als herkömmliches Backpulver, aber keinen nachweisbaren Mehrwert bietet.
Weitere Produkte im Rennen
Neben diesen drei Produkten haben es zwei weitere Kandidaten in die Endrunde geschafft. Ein „Protein-Wasser“ verspricht hohen Eiweißgehalt, enthält aber kaum mehr Protein als herkömmliches Wasser. Und ein „Superfood-Müsli“ wird als besonders gesund beworben, obwohl es viel Zucker und wenig Ballaststoffe enthält.
So funktioniert die Wahl
Die Abstimmung läuft auf der Webseite von Foodwatch. Jeder Verbraucher kann seine Stimme abgeben. Der Gewinner des Goldenen Windbeutels wird im Juli 2026 bekannt gegeben. Die Organisation will mit der Aktion auf irreführende Werbung aufmerksam machen und Verbraucher schützen.
Bisherige Preisträger
In den vergangenen Jahren wurden unter anderem ein „Light“-Produkt mit normalem Zuckergehalt und ein „Bio“-Tee mit Pestizidrückständen ausgezeichnet. Der Goldene Windbeutel hat sich als wichtiges Instrument im Kampf gegen Werbelügen etabliert.
Foodwatch fordert strengere Regeln
Die Verbraucherschützer kritisieren, dass viele Hersteller mit falschen Versprechungen arbeiten. Sie fordern von der Politik strengere Regeln für Lebensmittelwerbung. „Verbraucher haben ein Recht auf ehrliche Informationen“, sagt ein Sprecher von Foodwatch. Die Wahl zum Goldenen Windbeutel solle Druck auf die Industrie ausüben.



