Betrug mit Fake-Medikamenten: Dr. Riedl über Missbrauch seiner Identität
Dr. Riedl über Missbrauch seiner Identität durch Betrüger

Kriminelle missbrauchen die Namen und Gesichter prominenter Ärzte für dubiose Online-Werbung – mit potenziell gefährlichen Folgen für Verbraucher. Betroffen ist unter anderem Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner vom Medicum Hamburg und bekannt aus der NDR-Sendung „Die Ernährungs-Docs“. Im Interview berichtet er über die perfide Masche und seine Wut über den Missbrauch seiner Glaubwürdigkeit.

So funktioniert der Betrug mit Fake-Medikamenten

Die Betrugsmasche läuft seit etwa drei bis vier Jahren und hat sich weiterentwickelt. Anfangs wurden nur Fotos von Dr. Riedl verwendet, um in Onlinebeiträgen mit seiner Berufsbezeichnung und der Angabe seiner Praxis für Medikamente zu werben. Inzwischen nutzen die Täter auch Deepfake-Technologie, um täuschend echte Videos zu erstellen. Die neue ARD-Dokumentation „Hirschhausen und die Deepfake-Mafia“ (ARD/WDR-Mediathek) zeigt, wie die kriminellen Netzwerke vorgehen: Mit den Gesichtern bekannter Ärzte wie Eckart von Hirschhausen, Julia Fischer oder Matthias Riedl werden gefälschte Medikamente, Abnehmprodukte und angebliche Wundermittel beworben.

Gefahren für Verbraucher: Von teuren Placebos bis zu gesundheitsschädlichen Mitteln

Die Betrogenen erhalten im besten Fall überteuerte, wirkungslose Präparate – im schlimmsten Fall gesundheitsschädliche Substanzen. Dr. Riedl betont: „Für mich ist das unerträglich. Meine Glaubwürdigkeit und mein Ruf werden missbraucht, um Menschen zu schädigen.“ Die Täter nutzen das Vertrauen der Verbraucher in die Fernsehärzte aus, um sie zu täuschen. Nach Angaben der Verbraucherzentralen steigt die Zahl der Beschwerden über solche Fake-Werbung stetig. Allein im Jahr 2025 gab es bundesweit über 2.000 Meldungen zu betrügerischen Medikamentenangeboten mit Prominenten.

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Dr. Riedl rät: So erkennen Verbraucher Fake-Werbung

Der Mediziner gibt konkrete Tipps: „Achten Sie auf unseriöse Versprechungen wie ‚Wundermittel‘ oder ‚sofortige Heilung‘. Seriöse Ärzte werben nicht mit solchen Übertreibungen.“ Zudem sollten Verbraucher die offiziellen Websites der Ärzte oder Kliniken prüfen, bevor sie etwas kaufen. „Wenn ein angeblicher Arzt in einer Anzeige ein Produkt empfiehlt, das nicht auf seiner eigenen Webseite erwähnt wird, ist das ein Warnsignal“, so Riedl. Die Stiftung Warentest empfiehlt zudem, auf fehlende Impressumsangaben, unseriöse Zahlungsmethoden und übertriebene Kundenbewertungen zu achten.

Rechtliche Schritte und Forderungen an die Politik

Dr. Riedl hat bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet, doch die Täter sind schwer zu fassen. „Die Netzwerke agieren oft aus dem Ausland und nutzen Server in Ländern mit laxen Gesetzen“, erklärt er. Er fordert schärfere Regulierungen für Online-Werbung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Plattformen, Behörden und Strafverfolgern. Die ARD-Dokumentation zeigt, dass die Betrugsmasche systematisch ist und Millionenumsätze generiert. Verbraucherschützer appellieren an die Politik, die Verantwortung der Plattformen zu stärken, damit Fake-Werbung schneller gelöscht wird.

Was Verbraucher tun können, wenn sie betroffen sind

Wer auf betrügerische Werbung hereingefallen ist, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten und die Verbraucherzentrale informieren. Zudem können Zahlungen über Kreditkarte oder PayPal rückgängig gemacht werden. Dr. Riedl rät: „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Seriöse Angebote kommen nie mit Zeitdruck oder Angstmache.“ Die Verbraucherzentralen bieten auf ihren Websites aktuelle Warnungen vor betrügerischen Produkten und Anbietern. Weitere Informationen finden Verbraucher auch in der Verbraucherzentrale-App oder auf der Plattform „watchlist-internet.at“.

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