Die für das Wochenende vorhergesagten Temperaturen von mehr als 40 Grad belasten die Infrastruktur. Die Deutsche Bahn rät daher von Zugreisen ab und bietet an, Tickets zu stornieren. Wer angesichts der erwarteten Hitze in der zweiten Wochenhälfte eine geplante Bahnreise nicht antreten will, kann diese nun kostenfrei stornieren. Die Deutsche Bahn rät von Reisen ab und bietet erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz an, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. „Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten möchte, bekommt sein Geld zurück.“
Bedingungen der Sonderkulanz
Die Möglichkeit gilt demnach für Tickets für eine Fernverkehrsreise bis einschließlich 30. Juni, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Das umfasse auch Spar- und Supersparpreis-Tickets. Fahrgäste mit digitaler Fahrkarte können diese den Angaben der Bahn zufolge online stornieren. Wer mit analogem Ticket unterwegs ist, kann sich an eine DB-Verkaufsstelle vor Ort wenden. „Wir empfehlen dringend, bei der Reiseplanung die amtlichen Hitze-Warnungen zu beachten“, teilte die Bahn weiter mit. „Allen, die in dieser extremen Wetterlage auf ihre Fahrt verzichten können, legen wir die Sonderregelung zur Stornierung nahe.“
Appell an Reisende
An alle, die sich trotz der außergewöhnlichen Hitze auf eine Bahnreise begeben, richtete die DB einen Appell: Man bitte „alle Reisenden, die in diesen Tagen unterwegs sein müssen, um besondere gegenseitige Rücksichtnahme und um Verständnis gegenüber den Mitarbeitenden der Bahn“.
Technik der DB-Züge weniger hitzeanfällig, Infrastruktur bleibt problematisch
Die hohen Temperaturen sind auch für die Bahn eine Belastung. Zwar sind die Zeiten, in denen die Klimaanlagen in den Fernzügen bei großer Hitze regelmäßig ausfielen, vorbei. Die Technik der mittlerweile deutlich verjüngten Flotte der Deutschen Bahn funktioniert inzwischen auch bei großer Hitze. Anfällig bleibt jedoch weiterhin die Bahn-Infrastruktur. Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können bei den hohen Temperaturen und stundenlanger direkter Sonneneinstrahlung Schaden nehmen. Das kann zu weiteren Problemen auf dem ohnehin stark störanfälligen Netz der DB führen.
Zusätzliche Risiken durch Hitze und Unwetter
Zudem steigt bei der Hitze das Risiko für Böschungsbrände, die ebenfalls Schaden anrichten können. Weiterhin können Unwetter mit Starkregen, Gewittern und Sturmböen zu Problemen führen. Schon im Sommer des vergangenen Jahres kam es bei großer Hitze im Juni und im Juli zu Weichendefekten und in der Folge zu Zugausfällen und Verspätungen. Erneute Einschränkungen aufgrund der Hitze sind nicht auszuschließen.



