Rocket Internet: Großaktionär fordert 600 Millionen Euro Dividende
Rocket Internet: 600-Millionen-Euro-Dividendenforderung

Nur zwei Tage vor der Hauptversammlung des Beteiligungskonzerns Rocket Internet sorgt der Großaktionär Global Founders mit einem Gegenantrag für eine Überraschung. Unter der Leitung von Geschäftsführer Marc Samwer, Bruder des Rocket-Internet-Chefs Oliver Samwer, fordert der Aktionär nahezu die gesamte Ausschüttung des Bilanzgewinns von 600 Millionen Euro vom abgelaufenen Geschäftsjahr.

Gegenantrag fordert 7,36 Euro Dividende pro Aktie

Das geht aus einer Ankündigung vom 22. Juni von Global Founders hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Vom millionenschweren Bilanzgewinn würden nur rund 260.000 Euro als Gewinn vorgetragen werden. Wird dem Antrag auf der Hauptversammlung am Mittwoch stattgegeben, würde die Dividende mit 7,36 Euro je Aktie 184 Mal so hoch ausfallen wie nach dem ursprünglichen Vorschlag, den Vorstand und Aufsichtsrat formuliert hatten. Dieser lag lediglich bei einer Dividende von vier Cent pro Aktie.

Minderheitsaktionär Scherzer begrüßt Vorstoß

„Wir freuen uns, dass Global Founders unseren Vorschlag einer höheren Dividende aufgegriffen und sogar übertroffen hat“, sagt Georg Issels, Vorstand des Minderheitsaktionärs Scherzer, gegenüber dem Handelsblatt. Das Unternehmen hält rund 0,6 Prozent der Anteile von Rocket Internet und hatte schon Ende Mai in einem Gegenantrag von „einem eklatanten Missverhältnis“ der Dividende zum Jahresergebnis gesprochen und eine deutliche Erhöhung der Ausschüttung auf fünf Euro gefordert.

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Oliver Samwer würde fast 500 Millionen Euro erhalten

Besonders profitieren von Marc Samwers Vorschlag dürfte sein Bruder Oliver. Er ist Eigentümer der Global Founders und Rocket-Chef. Er hält über direkte und indirekte Beteiligungen mehr als 83 Prozent aller Aktien und dürfte damit eine Dividende von fast 500 Millionen Euro erhalten.

Hintergrund: Verhärtete Fronten und SpaceX-Bewertung

Im Februar hatte das Handelsblatt über verhärtete Fronten bei Rocket Internet zwischen Hauptanteilseigner Oliver Samwer und mehreren Minderheitsaktionären berichtet. Anlass waren Meinungsverschiedenheiten bei der Bewertung von gehaltenen Unternehmensbeteiligungen. Dabei ging es auch um SpaceX, das wertvollste Start-up der Welt, in das Rocket in der Vergangenheit indirekt durch den Gigafund 0.13 investiert hat.

Gegenüber dem Handelsblatt hatte Hans Peter Neuroth, ebenfalls Vorstand bei Scherzer, eine mögliche Gesamtübernahme des Beteiligungsunternehmens durch Oliver Samwer ins Spiel gebracht. Die Gesellschaft hätte den Bilanzgewinn auch zum Rückkauf von Aktien einsetzen können. Stattdessen sieht es nun danach aus, dass auf der Hauptversammlung am Mittwoch eine große Dividendenausschüttung beschlossen wird.

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