Mecklenburger Freizeitmöbel: Tradition trifft auf moderne Produktion
In den Werkshallen der Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH (MFG) in Brüel herrscht geschäftiges Treiben. Maschinen rattern, Roboter schweißen präzise, und Mitarbeiter bereiten Rohre für die nächste Produktionsstufe vor. Was hier im Landkreis Ludwigslust-Parchim entsteht, findet seinen Weg in Gärten und auf Terrassen in ganz Deutschland und darüber hinaus.
Ein Familienunternehmen mit regionaler Verwurzelung
Geschäftsführer Gerhard Diedrich gründete das Unternehmen im Jahr 1991 neu und führt es seither mit Stolz. „Wir sind von hier“, betont er und verweist auf die Landesfarben Mecklenburg-Vorpommerns im Firmenlogo. Der gebürtige Wariner studierte Schiffstechnik in Rostock und fand schließlich in Brüel seine berufliche Heimat. Seit zwei Jahrzehnten unterstützt ihn sein Sohn Marc im Familienbetrieb.
Rund 50 Mitarbeiter sind in beiden Werken beschäftigt – im Stammwerk an der Sternberger Straße und im vor 15 Jahren eröffneten Werk im Gewerbegebiet Am Kreuzsee. Die Produktionskapazitäten erstrecken sich über beide Standorte, wie Diedrich bei Werksführungen regelmäßig demonstriert.
Moderne Fertigung mit Roboterunterstützung
Der Produktionsprozess beginnt mit der Anlieferung von Rohren, die gebogen, gelocht und gestanzt werden. Beim Schweißen assistiert ein Roboter, während Mitarbeiter die Teile vorbereiten. Seit etwa neun Jahren investiert MFG kontinuierlich in Robotertechnik. Trotz hoher Anschaffungskosten amortisieren sich die Maschinen innerhalb von ein bis zwei Jahren, wie Diedrich vorrechnet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Unabhängigkeit von steigenden Lohnkosten, Krankheitsausfällen und Urlaubszeiten.
Das Herzstück beider Werke ist die Pulverbeschichtungsanlage. Hier werden Rohrteile mit Pulverlack behandelt, um sie widerstandsfähiger zu machen. Nach zwölf Minuten im Ofen bei 180 Grad Celsius kommen die Teile fertig und noch warm wieder heraus. „Ein umweltfreundliches Verfahren“, betont der Unternehmer, da es komplett ohne Lösungsmittel auskommt.
Internationale Materialien für weltweiten Absatz
In einer weiteren Halle werden Sonnenschirme bespannt und Liegen bezogen. Hochfrequenzschweißanlagen sorgen für perfekte Verbindungen. Die Materialien stammen aus aller Welt: Das Gewebe kommt aus China, Stahlrohre aus Italien und Tschechien, Kunststoffteile aus Sachsen. Ein- bis zweimal jährlich reist Diedrich persönlich nach China, um Verhandlungen zu führen.
Nach der Verpackung gelangen die Produkte in die Versandhalle. Mit regionalen Namen wie „Poel“ und „Rügen“ versehen, verlassen Stühle und Hollywoodschaukeln das Werk – alles TÜV-geprüft und PEFC-zertifiziert. Der Stehtisch gehört zu den Hauptartikeln, die über Baumärkte direkt an Endkunden gehen.
Wachsendes Online-Geschäft und stabile Perspektiven
Traditionell ist MFG im stationären Handel stark verwurzelt. Seit etwa fünf Jahren setzt das Unternehmen jedoch verstärkt auf Online-Vertrieb. Über Plattformen wie Amazon, Otto und Check24 werden die Freizeitmöbel angeboten. Eine beliebte Poolliege kostet beispielsweise bei Amazon 139,95 Euro.
Die Online-Bestellungen werden täglich abgearbeitet und per DHL verschickt. „Am vergangenen Montag hatten wir 115 Bestellungen allein bei Amazon“, berichtet Diedrich. Mittlerweile machen die Online-Einnahmen bereits 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch internationale Lieferungen gehören zum Geschäft.
Nach dem Corona-bedingten Hoch stagniert das Geschäft nun auf stabilem Niveau. „Es ist seit zwei, drei Jahren stabil“, erklärt der optimistische Geschäftsführer. Aktuell werden neue Kooperationen mit Baumärkten und Großhändlern vorangetrieben. Eine Schließung der Werke steht nicht zur Debatte – im Gegenteil: Diedrich blickt entspannt in die Zukunft, am liebsten von einer MFG-Kippliege aus. „Die Kippliege ist wirklich bequem. Habe ich zu Hause auch“, sagt er lachend und freut sich auf die bis Mai andauernde Hauptsaison.



