Ex-RBB-Chefin Patricia Schlesinger startet als Beraterin durch
Ex-RBB-Chefin Schlesinger wird Beraterin

Die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger (64), hat einen neuen beruflichen Weg eingeschlagen. Wie das Unternehmen Stella Circle am Dienstag mitteilte, wird die 64-Jährige künftig als Beraterin für die Agentur tätig sein. Schlesinger soll Führungskräfte auf oberster Ebene unterstützen, insbesondere in den Bereichen Medienrecht, Krisenkommunikation und strukturelle Herausforderungen.

Expertise für Führungskräfte mit hoher Sichtbarkeit

Stella Circle begründete die Entscheidung mit Schlesingers umfassender Erfahrung in Medien, Kommunikation und der Leitung öffentlicher Institutionen. „Mit Patricia Schlesinger gewinnen wir eine Expertin, die nicht nur über tiefe Fachkenntnis verfügt, sondern auch mit den Dynamiken großer sowie öffentlicher und medial sichtbarer Organisationen bestens vertraut ist“, erklärte Geschäftsführerin Tanja Wielgoß. Schlesinger soll „ab sofort“ auf oberster Führungsebene tätig sein und Unternehmen etwa bei medienrechtlichen und strukturellen Fragen beraten.

Krisenkommunikation und Resilienz im Fokus

Wielgoß betonte, dass Themen wie Krisenkommunikation, der Umgang mit beruflichen Belastungen und der Aufbau von Resilienz angesichts enormer Anforderungen an die Spitzenebene zentrale Aspekte der Beratung seien. Schlesinger selbst sieht ihre Stärke darin, in Ausnahmesituationen Orientierung zu geben. „Dabei braucht es nicht nur Fachwissen, sondern durchaus auch Erfahrung mit öffentlichen Erwartungen, medialem Druck und Krisen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen. Genau hier kann ich einen Beitrag leisten“, wird sie in der Mitteilung zitiert.

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Hintergrund: RBB-Skandal und rechtliche Folgen

Im Sommer 2022 war der RBB durch einen Skandal um Verschwendung und Vetternwirtschaft erschüttert worden. Im Zentrum stand Patricia Schlesinger, die nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst zurücktrat und später fristlos entlassen wurde. Die Vorwürfe umfassten unter anderem private Essenskosten auf Senderrechnung, fragwürdige Dienstreisen, üppige Zulagen für Führungskräfte sowie ein Millionen-Bauprojekt für ein Medienhaus, das inzwischen gestoppt wurde.

Der Fall beschäftigt weiterhin mehrere Gerichte. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Schlesinger, wobei die Unschuldsvermutung gilt. In einem Zivilprozess sprach das Landgericht Schlesinger kürzlich ein Ruhegeld für Januar 2023 in Höhe von rund 18.400 Euro zu, das der RBB zahlen muss. Gleichzeitig wurde sie wegen Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit ihrem Dienstwagen und Reisekosten zu einer Zahlung von rund 24.000 Euro an den Sender verurteilt.

Schlesingers neuer Job bei Stella Circle markiert einen weiteren Schritt in ihrer beruflichen Neuausrichtung nach dem Skandal. Die Agentur ist auf die Beratung von Führungskräften spezialisiert und sieht in Schlesinger eine Bereicherung für ihr Team.

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