Tradition in der Krise: Bäckerei-Kette HBK mit 22 Filialen meldet Insolvenz an
Bäckerei-Kette HBK meldet Insolvenz an - 120 Jobs betroffen

Tradition in der Krise: Bäckerei-Kette HBK mit 22 Filialen meldet Insolvenz an

Der deutsche Mittelstand steht unter erheblichem Druck. Hohe Energiekosten, eine überbordende Bürokratie und stetig steigende Personalkosten bringen immer mehr Handwerksbetriebe in finanzielle Schwierigkeiten. Jetzt hat es auch die traditionsreiche Bäckerei-Kette HBK erwischt. Das Unternehmen mit Sitz in Halberstadt, Sachsen-Anhalt, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, wie eine Firmensprecherin auf Nachfrage bestätigte.

Restrukturierung mit professioneller Unterstützung

Seit Anfang der Woche steht dem Unternehmen ein Restrukturierungsexperte der Beratungsfirma Innovatis zur Seite. Gemeinsam soll ein umfassender Rettungsplan erarbeitet werden, um den Traditionsbetrieb aus der Insolvenz zu führen. Die Magdeburger Volksstimme hatte zuerst über die finanzielle Schieflage der Firma berichtet.

Die HBK – das Kürzel steht für Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH – blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1963 als Produktionsgenossenschaft zu DDR-Zeiten, entwickelte sich das Unternehmen nach der Wende zu einem florierenden Betrieb in Sachsen-Anhalt. Heute betreibt die Bäckerei-Kette 22 Filialen und beschäftigt mehr als 120 Mitarbeiter.

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Geschäftsführung betont Stabilität und regionale Verankerung

Aus der Geschäftsführung heißt es dazu: „Unser Geschäftsbetrieb ist stabil, und wir sind regional gut etabliert. Die Eigenverwaltung gibt uns den notwendigen Handlungsspielraum, um das Unternehmen nachhaltig zu sanieren und langfristig zu sichern.“ Diese Form der Insolvenz ermöglicht es der Unternehmensleitung, unter gerichtlicher Aufsicht weiterzuarbeiten und einen Sanierungsplan umzusetzen.

Konkrete Maßnahmen noch unklar – Kunden spüren zunächst nichts

Wie genau der Sanierungsweg aussehen wird, ist derzeit noch nicht im Detail bekannt. In internen Gesprächen ist von einer „Optimierung der Kostenstruktur“ und einer „strategischen Weiterentwicklung des Filialnetzes“ die Rede. Zudem sollen neue Absatz- und Vertriebswege erschlossen werden. Das bedeutet im Klartext: Es muss gespart werden, möglicherweise auch durch die Schließung von Filialstandorten, gleichzeitig soll der Umsatz gesteigert werden – eine enorme Herausforderung für das Management.

Für die Kunden der Bäckerei-Kette ändert sich vorerst nichts. Der Betrieb läuft in allen 22 Filialen wie gewohnt weiter. Auch die rund 120 Mitarbeiter müssen sich keine unmittelbaren Sorgen um ihre Löhne machen. Diese sind über das Insolvenzgeld für die kommenden Monate gesichert. Die Insolvenz in Eigenregie soll dem Unternehmen die Luft verschaffen, die es für eine erfolgreiche Restrukturierung benötigt, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Die Situation der HBK spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen viele mittelständische Handwerksbetriebe in Deutschland stehen. Die Kombination aus strukturellen Belastungen und konjunkturellen Schwierigkeiten stellt eine existenzielle Bedrohung dar. Ob die Sanierung der traditionsreichen Bäckerei gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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