Der US-Pharmakonzern Abbvie baut seine Medikamenten-Pipeline mit einer Großübernahme aus und kauft das Biotechunternehmen Apogee Therapeutics für 10,9 Milliarden Dollar. Abbvie bietet 135,11 Dollar in bar je Apogee-Aktie, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Dies entspricht einem Aufschlag von 49,49 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Die Papiere von Apogee schossen im vorbörslichen US-Handel um 48 Prozent auf 133,77 Dollar in die Höhe, während Abbvie-Aktien um 1,3 Prozent zulegten.
Verwaltungsräte stimmen zu
Die Verwaltungsräte beider Firmen haben der Übernahme bereits zugestimmt. Zudem haben sich Großaktionäre von Apogee verpflichtet, für die Transaktion zu stimmen, die im dritten Quartal abgeschlossen werden soll. Es handelt sich um den größten Zukauf von Abbvie seit mehr als fünf Jahren.
Zugang zu vielversprechendem Wirkstoff
Mit der Übernahme sichert sich Abbvie den Zugriff auf den vielversprechenden Apogee-Wirkstoffkandidaten Zumilokibart. Das Präparat richtet sich gegen entzündliche Erkrankungen wie mittelschwere bis schwere Neurodermitis. Bei einer Zulassung würde das Medikament nicht nur das Immunologie-Portfolio von Abbvie stärken, sondern auch dem Kassenschlager Dupixent von Sanofi und Regeneron Konkurrenz machen. Zumilokibart könnte für Patienten im Alltag deutlich anwenderfreundlicher sein: Während Dupixent in der Regel alle zwei Wochen gespritzt werden muss, zeigten klinische Studien der Phase 2 für das Apogee-Mittel gute Ergebnisse bei einer Verabreichung im Abstand von drei oder sogar sechs Monaten.
Weitere Wirkstoffkandidaten und Milliardenpotenzial
Neben Zumilokibart übernimmt Abbvie auch weitere Wirkstoffkandidaten, darunter eine Kombinationstherapie gegen Asthma, die den Konzern im Bereich der Atemwegserkrankungen voranbringen soll. Abbvie traut der Apogee-Pipeline nach eigenen Angaben das Potenzial für künftige Milliardenumsätze zu. Der Zukauf reiht sich in eine Welle von Übernahmen in der Pharmabranche ein. Viele Konzerne stehen unter Zugzwang, ihre Portfolios mit neuen Hoffnungsträgern aufzufüllen, da bei wichtigen Umsatzbringern der Patentschutz ausläuft.
Mehr: US-Untersuchung wegen deutscher Arzneipreise – Zölle drohen rtr. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr Qualität in Ihren Suchergebnissen Bestimmen Sie das Handelsblatt bei Google als Ihre wichtige Nachrichtenquelle.



