Die Bestürzung über den Absturz des TSV 1860 München in die Regionalliga ist weiterhin enorm. Nach der Kündigung des Kooperationsvertrages mit Investor Hasan Ismaik bleibt die Zukunft der „Löwen“ spannend. Der Verein hatte am Donnerstagabend den vor 15 Jahren geschlossenen Vertrag gekündigt, nachdem Ismaik angekündigt hatte, kein weiteres Geld in den Club zu investieren.
Ismaik äußert sich zurückhaltend
In den sozialen Medien zeigte sich der Jordanier zunächst zurückhaltend. Auf Instagram schrieb er: „Ich verlange nicht, dass man mir zustimmt oder seine Meinung über mich ändert. Ich bitte nur um eines: Bevor wir eine einzelne Person für alles verantwortlich machen, was in den vergangenen Jahren geschehen ist, sollten wir uns eine einfache Frage stellen: Hatte diese Person tatsächlich die Entscheidungsbefugnis für die Entscheidungen, für die wir sie verantwortlich machen?“
Finanzielle Unsicherheit nach dem Abstieg
Das Ende der Zweckehe zwischen dem Traditionsverein und dem Investor wirft viele Fragen auf. Viele Spielerverträge dürften nach dem Abstieg hinfällig werden oder neu verhandelt werden müssen. Der Hauptsponsor hat sich zurückgezogen und machte von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Dadurch fehlen dem Verein rund 2,7 Millionen Euro – etwa die Summe, die für die Lizenzerteilung in der 3. Liga benötigt worden wäre. Eine Insolvenz droht weiterhin.
Keine Aufbruchstimmung wie 2017
Anders als nach dem Absturz 2017 herrscht bei den „Löwen“ keine Aufbruchstimmung. Diese könnte vielleicht entstehen, wenn die eskalierende Situation einen Verkauf von Ismaiks Anteilen und den Einstieg eines neuen Investors zur Folge hätte. Für dieses Szenario gab es zunächst aber keine konkreten Anzeichen. Die Finanzierung der Regionalliga ist ebenso unklar wie die Zukunft des Vereins insgesamt.
Die Fans sind frustriert, das Image des Clubs ist ramponiert. Die Verantwortlichen stehen vor der Herausforderung, einen Neustart zu organisieren. Ob Ismaik weiterhin eine Rolle spielen wird oder ob ein neuer Investor gefunden werden kann, bleibt abzuwarten.



