Münchens Schanigärten starten in die Saison: Gastronomen trotzen dem Aprilwetter
Ab sofort stehen statt Autos wieder Tische und Stühle vor den Lokalen der Stadt. Die Betreiber haben bei Wind und Wetter ihre Schanigärten aufgebaut, um die Freiluftsaison einzuläuten. Der April macht seinem Ruf in diesem Jahr wirklich alle Ehre: Es ist kalt, es schneit, es regnet, die Sonne kommt raus und wieder von vorne. Aber Gastronomen sind hart im Nehmen und optimistisch.
Vom Parkplatz zur gemütlichen Freifläche
Von April bis Oktober dürfen Wirtinnen und Wirte unter bestimmten Voraussetzungen die Parkplätze vor ihren Lokalen in Gastroflächen verwandeln. Schanigärten werden in der Regel auf Straßen ohne Radweg mit Tempo 30 genehmigt. Auf Straßen mit Tempo 50 sind sie nur erlaubt, wenn zwischen Fahrspur und Gehsteig ein Radweg verläuft. Seit Corona gehören die Schanigärten genauso zum Münchner Sommer wie die traditionellen Biergärten.
Kreative Gestaltung und hohe Ansprüche
Die letzten beiden Tage haben sich die Gastronomen warm angezogen und gehämmert und geschraubt, was das Zeug hält. Sydney Madlangbayan, Karin Buchhold, Sofia Henke und Sarah Bures vom Café Botanista in der Pestalozzistraße haben viel vor: Sie wollen den schönsten Schanigarten der Stadt errichten. "Viele sagen, wir haben den schönsten Schanigarten der Stadt", erzählt Karin Buchhold lachend und bringt eine Lichterkette an.
Georg Karuth-Kiemele gibt sich ebenfalls viel Mühe, die Freischankfläche vor seinem "Kaiser Otto" mit Pflanzen und Holz einladend zu gestalten. Maria Trapsoki kann es kaum erwarten, die ersten Gäste im Schanigarten vor dem Jugendstil-Wirtshaus Faun in der Hans-Sachs-Straße zu begrüßen. Wolfi Ramisch vom Luffy Pancake hofft, mit dem zusätzlichen Freisitz die langen Schlangen vor seinem Pfannkuchenlokal zu verkürzen.
Beliebte Tradition trotz gelegentlicher Kritik
Auch wenn sich ein paar Münchner an den Schanigärten stören: Die meisten haben sie ins Herz geschlossen. Gyros und Souvlaki im Freien sind beim alteingesessenen Griechen Anti in der Jahnstraße kein Problem. Nicht nur das Glockenbachviertel ist ab heute wieder ein ganzes Stück bunter geworden. Noch muss man sich warm anziehen für ein Getränk an der frischen Luft, aber das soll sich schon an Ostern ändern.



