Vom Autohaus zum Döner-Imbiss: Esra-Grill eröffnet in Malchins ehemaliger Opel-Niederlassung
Esra-Grill eröffnet in ehemaligem Autohaus in Malchin

Vom Autohaus zum Döner-Imbiss: Esra-Grill eröffnet in Malchins ehemaliger Opel-Niederlassung

Seit mehr als einem Jahr stand das ehemalige Opel-Autohaus in der Poststraße in Malchin leer. Jetzt hat die Gastronomie Einzug gehalten: Mehmet Yildiz, fast 30 Jahre alt, hat dort seinen Esra-Grill neu eröffnet. Von außen wirkt das Gebäude noch immer wie eine Kfz-Werkstatt, doch innen drehen sich nun Döner-Spieße und köchelt Gulasch.

Besonderes Ambiente bleibt erhalten

„Ich wollte schon immer näher an die Stadt ran“, erklärt Yildiz, der zuvor den Imbiss in der Stavenhagener Straße führte. Durch Zufall ergab sich die Chance, das leerstehende Autohaus zu mieten. Trotz etlicher anderer Bewerber konnte er den Eigentümer von seinem Konzept überzeugen. Das besondere Feeling des Kfz-Gebäudes soll erhalten bleiben: Schilder, Fassade und Werkstatt-Tore bleiben unverändert. „So einen Laden gibt es so noch nicht“, betont der Gastronom.

Umbauarbeiten schaffen Wohlfühlort

Im Herbst begannen die Umbauarbeiten. Wände wurden neu gestaltet, gefliest und getäfelt, während Küche und Gastraum eingerichtet sowie neue Möbel und Geräte angeschafft wurden. Jetzt finden hier 50 Gäste Platz. „Es soll ein Wohlfühlort sein, wo jeder willkommen ist“, sagt Yildiz. Für das nächste Jahr ist geplant, zur Straße hin einen Wintergarten mit 20 weiteren Plätzen zu bauen. Auf der Speisekarte stehen türkische und deutsche Gerichte, aber auch Pasta und Pizza.

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Vom Krankenpfleger zum Gastronomen

Eigentlich ist Mehmet Yildiz gelernter Krankenpfleger und spielt Fußball beim FSV. Vor fünf Jahren übernahm er den Imbiss von seinem Vater und wechselte in die Gastronomie. „Ich wollte nicht, dass der Laden schließt“, begründet er seinen Schritt. Mit 15 Jahren kam er aus der Türkei nach Malchin. Sein Vater Hüseyn Yildiz ist seit 30 Jahren in Deutschland und holte die Familie 2001 nach. Zunächst betrieb dieser mit seinem Bruder 15 Jahre lang einen Döner-Grill, gründete aber vor zehn Jahren seinen eigenen Betrieb, den er nach seiner jüngsten Tochter Esra benannte. Dieser Name blieb erhalten, als sein Sohn das Geschäft fortführte. „Uns kennt jeder unter diesem Namen“, sagt Mehmet Yildiz. Jetzt prangt der Name mit roten Lettern an der Fassade des neuen Domizils an der B 104.

Mehr Vielfalt und Optimismus trotz Krise

Dem jungen Gastronomen ist wichtig, dass er jetzt mehr Vielfalt anbieten kann. Der klassische Döner laufe immer gut, verrät er. Nun kann er täglich drei deutsche Gerichte in den Speiseplan aufnehmen: Gulasch, Schnitzel und Jägerschnitzel mit Tomatensoße, zudem von Montag bis Freitag ein Tagesgericht. Auch Lieferungen bietet er an. Ohne den Erfolg des alten Grills hätte er das Risiko im „Autohaus“ in unsicheren Zeiten nicht gewagt. „Die Branche klagt, aber Essen geht immer, die Leute haben Hunger“, meint er optimistisch. In der Krise sah er keinen Grund, es nicht neu zu versuchen.

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