Rürup lobt Rentenkommission, warnt vor Reformstau
Der frühere Wirtschaftsweise Bert Rürup hat die Empfehlungen der Rentenkommission als grundsätzlich richtig gelobt, zugleich aber eindringlich vor einem Scheitern der geplanten Reform gewarnt. „Es wäre ein Desaster, wenn diese Reform scheitert“, sagte der Ökonom dem Tagesspiegel. Deutschland durchlebe eine tiefe Wirtschaftskrise von historischer Dimension. Eine gelungene Rentenreform könne zwar keine Antwort auf die weltwirtschaftlichen Verwerfungen sein, aber ein wichtiges Signal für den Gestaltungswillen der amtierenden Regierung setzen.
Wirtschaftskrise erfordert mehr als Rentenreform
Rürup betonte, dass die deutsche Wirtschaft in einer bislang nicht gekannten Schwächephase stecke. Um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, müsse deutlich mehr passieren als nur eine Rentenreform. Die Kommission habe jedoch einen soliden Vorschlag vorgelegt, der nun zügig umgesetzt werden müsse. „Die Politik darf jetzt nicht zaudern“, so Rürup.
Signal für Handlungsfähigkeit der Politik
Der Ökonom sieht in der Rentenreform eine Chance, das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik zu stärken. „Wenn die Regierung zeigt, dass sie in der Lage ist, eine so komplexe und langfristige Reform durchzusetzen, wäre das ein positives Signal für die gesamte Wirtschaftspolitik“, erklärte Rürup. Allerdings warnte er davor, die Erwartungen zu hoch zu schrauben: Eine einzelne Reform könne die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft nicht lösen.



