Die Lage an den globalen Börsen wirkt prekär: Der Konflikt am Persischen Golf ist noch lange nicht ausgestanden, die Gefahr eines Anstiegs der Inflation und von Zinserhöhungen steigt. Dazu kommen die Zweifel am Boom rund um Künstliche Intelligenz. Doch trotz all dieser Risiken bewiesen die Investoren an den Weltleitmärkten an der Wall Street im zweiten Quartal bemerkenswert gute Nerven.
Starke Kursgewinne trotz Risiken
Von Anfang April bis Ende Juni stieg der US-Leitindex S&P 500 um 15 Prozent. An der Technologiebörse Nasdaq kletterten die Kurse um 21 Prozent. Das waren jeweils die stärksten Gewinne für diesen Zeitraum seit 2020.
Diese bemerkenswerte Resilienz hat eine ganze Reihe von Gründen, aber einer sticht heraus: die schiere Gewinnstärke der US-Unternehmen. Wenn die Ergebnisse mit der gleichen Dynamik weiterwachsen, wäre das eine ausgesprochen gute Nachricht – nicht nur für die Wall Street.
Ergebnissaison übertrifft Erwartungen
Die Ergebnissaison für das erste Quartal ist in den USA so gut gelaufen, dass die Gewinndynamik viele Sorgen der Investoren erst einmal zerstreute. Im Schnitt hatten die Analysten ein Wachstum der Unternehmensgewinne von zwölf Prozent prognostiziert, tatsächlich stiegen die Profite um 27 Prozent und übertrafen die Prognosen damit um volle 15 Prozentpunkte.
Laut Michael Maisch, Leiter des Finanzressorts des Handelsblatts, kommt es nun auf die Unternehmensgewinne an: „Das robuste Ergebniswachstum der US-Konzerne ist einer der wichtigsten Kurstreiber. Die Zahlen für das zweite Quartal werden deshalb zum Stresstest für die Börsen.“
Ausblick auf das zweite Quartal
Die Investoren blicken gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen. Sollten die Gewinne erneut stark steigen, könnte dies die positive Stimmung an den Märkten weiter stützen. Andernfalls droht eine Korrektur, insbesondere angesichts der bestehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken.



