Anders Schelde, Investment-Chef der dänischen Pensionskasse Akademiker Pension, hat SpaceX auf die schwarze Liste gesetzt. Im Interview erklärt er, warum er den Hype um den Rekord-Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen als Warnsignal sieht und warum er weniger in den USA investieren könnte.
SpaceX auf der schwarzen Liste
Schelde bezeichnet die Governance-Struktur von SpaceX als „katastrophal“. Elon Musk halte praktisch sämtliche Stimmrechte, sodass Aktionäre das Management nicht auswechseln könnten. Dies stelle ein enormes finanzielles Risiko dar, falls das Unternehmen in schwierige Zeiten gerate.
Bewertung von SpaceX
Nach dem ersten Handelstag wird SpaceX mit 2,1 Billionen Dollar bewertet. Schelde hält dies für übertrieben: „Für uns ist es schwer nachvollziehbar, dass das Unternehmen mehr als eine Billion Dollar wert sein kann.“ Er führt die hohe Bewertung auf den „Elon-Musk-Faktor“ zurück.
Kritik an Indexaufnahme
Die Nasdaq und andere Indexanbieter erlauben SpaceX eine frühere Aufnahme in Indizes. Schelde hält das für einen Fehler, da weniger informierte Privatanleger so frühzeitig in die Aktie investieren könnten, bevor sich realistischere Kurse eingependelt haben.
US-Staatsanleihen verkauft
Im Januar trennte sich Schelde von allen US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar. Dies sei eine finanzielle Entscheidung gewesen, aufgrund der wachsenden Sorgen über die fiskalische Lage in Washington und der Herabstufungen durch Ratingagenturen.
Weniger USA-Engagement
Schelde plant, das Engagement in den USA leicht zu reduzieren und mehr Kapital in Europa zu investieren, insbesondere in Verteidigung, Cybersicherheit und digitale Infrastruktur. Dies sei eine Reaktion auf das Reputationsrisiko und die politische Lage.
Das Interview zeigt: Schelde bleibt seiner Linie treu, politische und governance-bezogene Risiken zu meiden, auch wenn dies mutige Entscheidungen erfordert.



