Deutsche Spargelernte im zehnten Jahr rückläufig – Importe steigen kontinuierlich
Die traditionelle Spargelsaison hat in einigen Regionen Deutschlands bereits begonnen, doch die heimische Ernte des Edelgemüses schrumpft weiter. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelt hat, sind sowohl die Erntemenge als auch die Anbaufläche für Spargel in Deutschland über die vergangenen zehn Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Parallel dazu steigen die Importe aus dem Ausland deutlich an.
Erntemenge sinkt um fast zehn Prozent im Vergleich zu 2015
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland lediglich 103.900 Tonnen Spargel gestochen. Dies entspricht einem Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Im langfristigen Vergleich zum Jahr 2015 hat sich die Erntemenge sogar um beachtliche 8,5 Prozent verringert. Die Statistiker aus Wiesbaden dokumentieren damit einen anhaltenden Negativtrend in der deutschen Spargelproduktion.
Anbaufläche und Betriebszahl schrumpfen deutlich
Ein wesentlicher Grund für die rückläufige Ernte ist die schwindende Anbaufläche. Bundesweit wurde Spargel im Jahr 2025 nur noch auf 22.500 Hektar kultiviert. Die wichtigsten Anbauregionen bleiben dabei:
- Niedersachsen mit 4.300 Hektar
- Nordrhein-Westfalen mit 4.100 Hektar
- Brandenburg mit 4.000 Hektar
Im Jahr 2015 betrug die gesamte Anbaufläche noch 25.700 Hektar. Noch dramatischer fällt die Entwicklung bei der Zahl der Spargelbetriebe aus: Von 1.900 Betrieben im Jahr 2015 sank die Zahl auf nur noch 1.350 Betriebe im Jahr 2025 – ein Rückgang um fast ein Drittel. Vor allem kleinere Betriebe haben den arbeitsintensiven Spargelanbau aufgegeben.
Importe steigen um 6,4 Prozent – Spanien ist Hauptlieferant
Während die heimische Produktion schrumpft, nimmt die Menge importierten Spargels kontinuierlich zu. Im vergangenen Jahr wurden 24.500 Tonnen Spargel aus dem Ausland eingeführt, was einem Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die wichtigsten Lieferländer sind:
- Spanien als Hauptlieferant
- Mexiko mit erheblichem Anteil
- Griechenland als weiterer bedeutender Exporteur
Interessanterweise wird der überwiegende Teil des Import-Spargels genau in der Zeit eingeführt, in der auch in Deutschland Saison für das Edelgemüse herrscht. Die Hauptsaison für deutschen Spargel erstreckt sich traditionell von Ende April bis zum 24. Juni, dem Johannistag.
Die Entwicklung zeigt einen strukturellen Wandel in der deutschen Spargelversorgung. Während die heimische Produktion aufgrund von Arbeitskräftemangel, steigenden Kosten und wirtschaftlichem Druck zurückgeht, deckt der Handel den Bedarf zunehmend durch Importe aus Ländern mit günstigeren Produktionsbedingungen. Diese Verschiebung hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und qualitative Auswirkungen auf das beliebte Frühlingsgemüse.



