Schweriner Wein-Pionierprojekt: Erste 600 Flaschen von Halbinsel Krösnitz abgefüllt
Erster Wein aus Schwerin: 600 Flaschen von Krösnitz

Schweriner Wein-Pionierprojekt: Erste 600 Flaschen von Halbinsel Krösnitz abgefüllt

Ein visionäres Weinbauprojekt auf der Halbinsel Krösnitz in Schwerin hat seinen ersten großen Meilenstein erreicht: Die Abfüllung von 600 Flaschen Solaris-Wein markiert den Beginn einer ungewöhnlichen lokalen Weintradition. Was 2016 als beiläufige Idee während eines Spaziergangs begann, ist nun zu einer realen Erfolgsgeschichte geworden, die Schwerin auf die Weinlandkarte Mecklenburg-Vorpommerns setzt.

Von der Bergweide zum Weinberg: Eine visionäre Entwicklung

Die Initiative geht auf das Ehepaar Diana und Axel Kämmerer zurück, die während eines Spaziergangs über die ehemalige Bergweide im Jahr 2016 scherzhaft bemerkten: „Mensch, hier könnte man ja Wein anbauen.“ Dieser Gedanke wurde zur treibenden Kraft für ein mehrjähriges Engagement. Bereits drei Jahre später, im Jahr 2019, setzten sie die ersten winzigen Weinstöcke auf dem ungewöhnlichen Terrain.

Axel Kämmerer, der als ehrenamtlicher Naturschutzwart im Siebendörfer Moor aktiv ist, nutzte seine Kontakte zur städtischen Naturschutzbehörde und konnte mit Unterstützung seiner Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Kämmerer die notwendigen Vorarbeiten auf den gesetzlich geschützten Feuchtwiesen durchführen. Das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt Schwerin verpachtete schließlich die Fläche offiziell an das engagierte Weinbauer-Paar.

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Herausforderungen und Erfolge auf dem Weg zum ersten Wein

Der Weg zum ersten Schweriner Wein war keineswegs einfach. In den vergangenen fünf Jahren sammelten die Kämmerers umfangreiche Erfahrungen bei anderen Weinbauern in Mecklenburg-Vorpommern und besuchten renommierte Weinanbau-Seminare an der ZHAW in der Schweiz. Rückschläge blieben nicht aus: Im Jahr 2023 fiel die gesamte Traubenernte hungrigen Staren zum Opfer.

Doch die Beharrlichkeit zahlte sich aus. Im Jahr 2024 pressten sie aus den prallen Trauben den ersten Most und erhielten durchweg positives Feedback. Die offizielle Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für diese besondere Anbaufläche liegt bereits seit 2021 vor und schafft die rechtliche Grundlage für das Projekt.

Feierliche Abfüllung mit prominenten Gästen

Im März 2026 war der große Moment endlich gekommen: In Kooperation mit dem erfahrenen Weinbauern Dähn aus Dorf Mecklenburg wurden die ersten 600 Flaschen Solaris-Wein professionell abgefüllt. Zur feierlichen Verkostung versammelten sich zahlreiche prominente Gäste auf dem Weinberg, darunter Stadtpräsident Sebastian Ehlers, Oberbürgermeister Bernd Nottebaum, ZGM-Werkleiter Kristian Meier-Hedrich und der Vorsitzende der Ortsteilvertretung Daniel Meslien.

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel funkelte der erste Schweriner Wein in den Gläsern und überzeugte durch seine Qualität. „Ich bin wirklich begeistert. Der schmeckt gut“, resümierte Oberbürgermeister Bernd Nottebaum sichtlich beeindruckt. „Wir haben hier ein gutes Beispiel für eine Vision mit Weitsicht, Beharrlichkeit und Risikobereitschaft im Unternehmertum. Ich freue mich sehr, dass Schwerin nun auch offiziell besondere Weine hat.“

Naturnaher Weinbau mit historischen Wurzeln

Auf der naturbelassenen Wiese der Halbinsel Krösnitz stehen mittlerweile etwa 2000 Rebstöcke, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Die Pachtfläche dient nicht nur dem Weinbau, sondern fördert auch seltene ackerbegleitende Kräuter. Besonders innovativ ist der Einsatz von Kamerunschafen, die die Rebflächen beweiden, ohne die empfindlichen Weinpflanzen zu beschädigen.

Stadtpräsident Sebastian Ehlers betonte die historische Dimension des Projekts: „Hier wird eine spannende Tradition fortgesetzt.“ Tatsächlich reichen die Weinbautraditionen in der Region bis ins 13. Jahrhundert zurück, als Zisterzienser-Mönche nach ihrer Ansiedlung in Mecklenburg erste Weinberge anlegten. Ehlers kann sich sogar vorstellen, den Schweriner Wein in der städtischen Welterbevermarktung einzusetzen.

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Daniel Meslien, Vorsitzender der Ortsteilvertretung, verwies auf die positive öffentliche Resonanz: „Wir haben gemeinsam einen offiziellen Weinbergweg angelegt. Der wird von vielen Spaziergängern gern genutzt, um die Krösnitzer Landschaft zu erleben.“ Das Projekt steht somit beispielhaft für das gelungene Miteinander zwischen Verwaltung, Politik und lokaler Wirtschaft.