Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 in zwölf der 16 Bundesländer gewachsen. Dies geht aus einer aktuellen Berechnung des Münchner Ifo-Instituts hervor. Die stärksten Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichneten Berlin und Brandenburg mit jeweils 0,9 Prozent. Knapp dahinter folgten Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit einem Plus von jeweils 0,8 Prozent. In Nordrhein-Westfalen hingegen schrumpfte die Wirtschaft um 0,1 Prozent.
Schwäche in Norddeutschland
In den norddeutschen Bundesländern fiel die Entwicklung zu Jahresbeginn schwächer aus, nachdem sie im Vorjahr kräftig gewachsen waren. In Schleswig-Holstein und Hamburg ging die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent zurück, in Niedersachsen um 0,2 Prozent. Ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann erklärte: „Insbesondere die Industrie ist stark in das Jahr gestartet, wovon einige Bundesländer stärker profitieren als andere. Jedoch belasten die im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegenen Preise das Wachstum.“
Gesamtwirtschaft und Rüstungsausgaben
Die deutsche Wirtschaft insgesamt verzeichnete im ersten Quartal ein Wachstum von 0,3 Prozent, während die Euro-Zone um 0,2 Prozent schrumpfte. Spürbare Impulse kamen aus den erhöhten staatlichen Ausgaben für Verteidigung. „Die Standorte mit einer ausgeprägten Rüstungsindustrie in Nord- und Westdeutschland profitieren in erheblichem Umfang von der Aufrüstung und Erneuerung des Verteidigungssektors“, so Lehmann. Allerdings macht sich auch der Strukturwandel in der Industrie bemerkbar, von dem die Bundesländer unterschiedlich betroffen sind. In Nordrhein-Westfalen, wo die Bedeutung der Industrie spürbar zurückgegangen ist, fällt die wirtschaftliche Erholung verhalten aus.
Weitere Länder im Überblick
In Mecklenburg-Vorpommern stieg die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Bayern und Sachsen-Anhalt legten um jeweils 0,3 Prozent zu, das Saarland und Bremen um 0,2 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigen, wie unterschiedlich die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland verläuft.



