Der deutsche Einzelhandel ist schwach ins Frühjahrsquartal gestartet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, wuchs der Umsatz im April nominal um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat – dieser Anstieg ist jedoch ausschließlich auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Inflationsbereinigt, also real, sanken die Erlöse um 0,3 Prozent. Es ist bereits das vierte Minus in Folge.
Schwächere Entwicklung als erwartet
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten im Vorfeld sogar einen realen Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 gingen die realen Umsätze um 0,3 Prozent zurück. Die anhaltende Schwäche im Einzelhandel wird von Experten vor allem auf die hohe Inflation zurückgeführt, die durch die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Krieges angeheizt wird.
Kaufkraft der Verbraucher leidet
„Der Einzelhandelsumsatz hat einen Knacks, von dem er sich zurzeit nicht erholt“, sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. „Mit den gestiegenen Energiepreisen liegt die Ursache auf der Hand.“ Aufgrund der hohen Unsicherheit dürften die Verbraucher ihr Geld vorerst zusammenhalten, so Krüger weiter. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten schränken die Konsumfreude der Deutschen spürbar ein.
Entwicklung nach Branchen
Besonders auffällig war im April erneut die Entwicklung an den Tankstellen. Infolge des Kriegs im Nahen Osten sanken die realen Umsätze der Tankstellen – inklusive der Verkäufe in den angeschlossenen Shops – um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln verzeichnete dagegen ein reales Plus von 3,2 Prozent. Im Gegensatz dazu musste der Handel mit Nicht-Lebensmitteln einen Rückgang von 2,2 Prozent hinnehmen. Der Internet- und Versandhandel verzeichnete ein deutliches Umsatzminus von real 4,7 Prozent.



