Continental hat den Verkauf seiner Tochtergesellschaft ContiTech an den Finanzinvestor Lone Star Funds endgültig besiegelt. Wie der Dax-Konzern am Samstag mitteilte, unterzeichneten Vorstand und Aufsichtsrat einen entsprechenden Vertrag. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt bei 4,0 Milliarden Euro, zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren.
Milliardenerlös für Schuldenabbau und Aktionäre
Continental rechnet durch den Verkauf mit einem Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro. Die endgültigen finanziellen Effekte hängen jedoch noch von üblichen Faktoren ab. Der Konzern beabsichtigt, mit den Erlösen die Finanzverschuldung weiter zu reduzieren und voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro für die Beteiligung der Aktionäre zu verwenden. Dies solle entweder mittels einer Sonderdividende oder durch eine Kombination aus Aktienrückkäufen und Sonderdividende geschehen.
ContiTech: Kautschuk- und Kunststoffprodukte für die Industrie
Mit dem Verkauf von ContiTech wird Continental zum reinen Reifenhersteller. ContiTech stellt Kautschuk- und Kunststoffprodukte für industrielle Anwendungen her. Die Sparte beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter, davon rund 7.700 in Deutschland. Zuletzt hatte Continental angekündigt, 3.000 Stellen in der Sparte zu streichen, um ab 2028 die Kosten um etwa 150 Millionen Euro pro Jahr zu senken.
Vollzug bis Ende 2026 erwartet
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und könnte noch bis Ende 2026 erfolgen. Continental prüft die Auswirkungen auf die Prognose für das laufende Geschäftsjahr und will diese zu einem späteren Zeitpunkt anpassen. Der Ausblick für den Unternehmensbereich Tires bleibe jedoch unberührt.
Insider bestätigten Verkauf bereits am Freitag
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Freitag von Insidern von der bevorstehenden Veräußerung erfahren. Der entsprechende Bericht wurde kurz darauf von Continental bestätigt. Am Samstag folgte die Unterzeichnung. Zuerst hatte die „Börsen-Zeitung“ über den Zuschlag für Lone Star berichtet.



