BVR prognostiziert Preisanstieg von drei Prozent für 2026
Die Immobilienpreise in Deutschland werden nach Einschätzung des Genossenschaftsbankenverbands BVR im Jahr 2026 weiter spürbar anziehen. Der Verband rechnet mit einem Anstieg von drei Prozent. Grund dafür ist der stockende Neubau, der den Bedarf an neuen Wohnungen nur zu etwa 58 Prozent deckt. Zudem entsteht Wohnraum teils in schrumpfenden ländlichen Regionen, während in Ballungszentren Wohnungen fehlen.
Preise steigen stärker als Einkommen
Der Druck auf Immobilienkäufer hat sich in den vergangenen Jahren verschärft, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner Studie feststellt. Bundesweit sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum zwischen 2018 und 2025 rund sieben Prozent stärker gestiegen als die verfügbaren Einkommen. „Für viele junge Haushalte bleibt der Erwerb von Wohneigentum schwer erreichbar und ist häufig nur mit Erbschaften, Schenkungen oder familiärer Unterstützung realistisch“, so der BVR.
Regionale Unterschiede deutlich
Besonders in Süddeutschland und im Berliner Umland sind die Immobilienpreise stärker gestiegen als die Einkommen. Gleiches gilt für den Norden um Hamburg und den Westen rund um Frankfurt sowie Teile von Nordrhein-Westfalen. In weiten Gegenden Ostdeutschlands sind dagegen die verfügbaren Einkommen stärker gestiegen als die Preise für Wohneigentum, was die Lage dort entspannter macht.
BVR fordert Senkung der Kaufnebenkosten
Der BVR fordert, dass die Kaufnebenkosten in Deutschland sinken müssen, damit wieder mehr Familien Wohneigentum erwerben können. „Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer sind dafür dringend nötig – etwa durch einen Freibetrag, einen niedrigeren Steuersatz bei Selbstnutzung oder eine gezielte Freistellung für junge Familien“, sagte Präsidentin Marija Kolak.
Kritik an Vergesellschaftungsdebatte
Der Verband übte zudem Kritik an der Debatte über die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin. „Sie schafft keinen zusätzlichen Wohnraum, verunsichert aber Investoren und finanzierende Banken.“ Dies könne den Wohnungsmangel verschärfen und auch außerhalb der Hauptstadt Geldgeber davon abhalten, in den Neubau zu investieren.



