Baugenehmigungen steigen um 8,4 Prozent: Hoffnung für den Wohnungsmarkt
Baugenehmigungen steigen: Hoffnung für Wohnungsmarkt (18.03.2026)

Baugenehmigungen steigen um 8,4 Prozent: Lichtblick für den Wohnungsmarkt

Die Krise auf dem Bau scheint langsam zu enden. Im Januar gab es einen deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen für Wohnungen, was der angeschlagenen Baubranche neue Hoffnung gibt und den angespannten Wohnungsmarkt in Zukunft möglicherweise entlasten könnte.

Positive Entwicklung nach schwierigen Jahren

Das Statistische Bundesamt meldete für Januar 19.500 Baugenehmigungen für Wohnungen. Dies entspricht einem Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach drei Jahren mit rückläufigen Zahlen hatte der Wohnungsbau bereits 2025 eine Trendwende geschafft. Höhere Zinsen und gestiegene Materialkosten hatten in den Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt.

Die Entwicklung zeigt sich bei verschiedenen Gebäudearten besonders deutlich:

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  • Einfamilienhäuser: +12,6 Prozent auf 3.800 Genehmigungen
  • Zweifamilienhäuser: +26,1 Prozent auf 1.200 Genehmigungen
  • Mehrfamilienhäuser: +7,1 Prozent auf 10.500 Neubauwohnungen

Experten warnen vor neuen Risiken

Trotz der positiven Nachrichten mahnen Experten zur Vorsicht. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), warnt vor den Auswirkungen des anhaltenden Irankriegs: "Die gestiegenen Kraftstoffpreise und damit die steigende Inflation dämpfen die Bauaktivität über zwei Kanäle".

Dullien erklärt weiter: "Dies führt zu höheren Bauzinsen, was Wohnungsbau weniger bezahlbar macht. Zum anderen droht ein Kaufkraftentzug durch höhere Energiepreise, sprich weniger Geld zum Bau eines Eigenheims."

Baukosten und Energieverbrauch als Herausforderungen

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, bestätigt die Sorgen: "Da rund 40 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfällt, sind die Unternehmen unmittelbar betroffen." Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft ZIA weist darauf hin, dass die Baukosten zwischen 2015 und Ende 2023 bereits um etwa 60 Prozent gestiegen sind.

Nach Beginn der russischen Ukraineinvasion vor mehr als vier Jahren waren die Energiepreise bereits einmal drastisch angestiegen. Forscher hatten mit einem Anstieg der Baugenehmigungen gerechnet und führten dies auf Milliarden-Staatsausgaben sowie eine Stabilisierung von Baupreisen und Zinsen zurück.

Vorsichtiger Optimismus in der Branche

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich weiter aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg um 3,2 Punkte auf minus 17,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, bleibt jedoch zurückhaltend: "Die Stimmung verbesserte sich zwar, aber die Branche ist noch nicht über den Berg. In den Auftragsbüchern zeigt sich die Belebung bislang kaum."

Private Bauherren konnten sich in den vergangenen Jahren die eigenen vier Wände oft nicht mehr leisten, Investoren legten Pläne auf Eis. Dadurch stieg der Druck auf die Wohnungsmärkte, insbesondere in städtischen Ballungsräumen. Die aktuellen Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich diese Entwicklung allmählich umkehren könnte.

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