Vivantes und Verdi einigen sich: Tarifabschluss nach 60 Tagen
Vivantes und Verdi einigen sich: Tarifabschluss erreicht

Tarifabschluss erzielt: Vivantes und Verdi einigen sich

Der Tarifstreit zwischen den Vivantes-Tochtergesellschaften und der Gewerkschaft Verdi ist nach mehr als 60 Tagen beigelegt. Die Einigung bringt den Beschäftigten deutliche finanzielle Verbesserungen. Ab dem 1. Juli 2026 steigen die Gehälter um durchschnittlich 5,5 Prozent, mindestens jedoch um 200 Euro brutto pro Monat. Zudem erhalten die Mitarbeiter eine einmalige Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.500 Euro, die in zwei Raten ausgezahlt wird.

Details der Einigung

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 24 Monate. Neben der linearen Erhöhung wurden auch die Zulagen für Schichtarbeit und Wochenendarbeit angehoben. So erhalten Beschäftigte im Schichtdienst künftig 15 Prozent mehr Zuschlag. Die Einigung gilt für rund 6.000 Mitarbeiter der Vivantes-Tochtergesellschaften, darunter die Vivantes Service GmbH und die Vivantes Klinikum im Friedrichshain GmbH.

Reaktionen der Beteiligten

Verdi-Verhandlungsführerin Sylvia Bühler zeigte sich zufrieden: „Dieser Abschluss ist ein Erfolg für die Beschäftigten. Wir haben in harten Verhandlungen deutliche Verbesserungen durchgesetzt, die die Inflation abfedern und die Wertschätzung der Arbeit widerspiegeln.“ Auch Vivantes-Vorstand Johannes Dannecker begrüßte die Einigung: „Der Tarifabschluss bietet Planungssicherheit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Tochtergesellschaften. Wir danken allen Beteiligten für die konstruktiven Gespräche.“

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Hintergrund des Tarifstreits

Der Tarifkonflikt hatte im April 2026 begonnen, nachdem die Arbeitgeber zunächst keine Erhöhung angeboten hatten. Verdi forderte ursprünglich 8 Prozent mehr Gehalt und eine Inflationsausgleichsprämie von 2.000 Euro. Nach mehreren Warnstreiks und Schlichtungsgesprächen einigten sich beide Seiten auf den nun vorliegenden Kompromiss. Die Streiks hatten in einigen Kliniken zu Einschränkungen geführt, jedoch blieb die Notfallversorgung stets gewährleistet.

Auswirkungen auf die Beschäftigten

Die Gehaltserhöhung betrifft alle Tarifbeschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften. Ein Pflegehelfer in der Eingangsstufe verdient künftig rund 2.800 Euro brutto, eine examinierte Pflegefachkraft etwa 3.500 Euro. Die Inflationsausgleichsprämie wird steuer- und abgabenfrei in Höhe von 1.000 Euro im Juli 2026 und 500 Euro im Januar 2027 ausgezahlt. Betriebsrentner erhalten eine Sonderzahlung von 300 Euro.

Zukunftsperspektiven

Mit dem Tarifabschluss sind weitere Streiks vorerst vom Tisch. Beide Seiten vereinbarten eine Friedenspflicht bis zum Ende der Laufzeit. Die nächsten Tarifverhandlungen stehen voraussichtlich im Frühjahr 2028 an. Vivantes kündigte an, die Mehrkosten durch Effizienzsteigerungen und Einsparungen in anderen Bereichen zu kompensieren.

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