Lebensmittelausgaben in Deutschland: Deutliches Süd-Nord-Gefälle
Die Ausgaben für Lebensmittel in deutschen Haushalten zeigen ein klares regionales Gefälle. Wie eine aktuelle Auswertung des Marktforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur ergab, geben die Menschen im Süden Deutschlands deutlich mehr Geld für Nahrungsmittel aus als in anderen Landesteilen.
Regionale Unterschiede bei den Lebensmittelausgaben
Im Januar lagen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben pro Haushalt in Süddeutschland bei 402,22 Euro. Im Westen Deutschlands wurden 398,11 Euro aufgewendet, während der Norden mit 388,26 Euro etwas darunter lag. Die niedrigsten Ausgaben verzeichneten die ostdeutschen Bundesländer mit durchschnittlich 376,62 Euro pro Haushalt und Monat.
Diese regionalen Unterschiede haben mehrere Ursachen, wie YouGov-Marktforscherin Petra Süptitz erläutert. "Haushalte in Ostdeutschland sind oft kleiner, unter anderem weil es dort einen höheren Anteil an Senioren gibt", erklärt die Expertin. Zudem weisen die ostdeutschen Bundesländer eine unterdurchschnittliche Kaufkraft auf, besonders in ländlichen Regionen. In Süddeutschland sei die Kaufkraft hingegen höher als im übrigen Bundesgebiet.
Starker Anstieg der Lebensmittelausgaben seit 2021
Die Ausgaben für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 kletterte die Inflation auf fast neun Prozent, was zu einer rasanten Verteuerung von Energie und Lebensmitteln führte.
Die Entwicklung im Überblick:
- Im Jahr 2021 lagen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben eines Haushalts für Lebensmittel bei 332,26 Euro
- Im vergangenen Jahr stiegen sie bereits auf 381,14 Euro
- Süddeutschland kam 2021 auf 352,30 Euro, während der Osten bei 304,11 Euro lag
Damit haben sich die Ausgaben innerhalb weniger Jahre deutlich erhöht, wobei die regionalen Unterschiede bestehen blieben.
Methodik der Studie
Die YouGov-Erhebung erfasste ausschließlich Ausgaben für Lebensmittel, einschließlich:
- Getränke
- Frischeprodukte wie Obst und Gemüse
- Fleisch
- Backwaren
- Süßwaren
Nicht berücksichtigt wurden Drogerieprodukte wie Kosmetik oder Waschmittel. Die Daten stammen aus dem YouGov-Shopperpanel, in das die Angaben von 30.000 repräsentativ ausgewählten Haushalten einflossen. Diese breite Datenbasis ermöglicht eine zuverlässige Abbildung der Verbraucherausgaben in den verschiedenen Regionen Deutschlands.
Die Studie verdeutlicht, wie sich die gestiegenen Lebensmittelpreise in den Haushaltsbudgets niederschlagen und welche regionalen Disparitäten dabei zu beobachten sind. Während alle Haushalte mit höheren Ausgaben konfrontiert sind, zeigt sich besonders in Ostdeutschland eine geringere Belastbarkeit angesichts der Preissteigerungen.



