Die Bundesregierung entlastet die Tourismusbranche mit einem Bündel an Maßnahmen. Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) wird in zwei wesentlichen Punkten reformiert: Die Entgelte werden halbiert und das Sicherheitskonzept überarbeitet. Das gab der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), bekannt.
Hintergrund des Reisesicherungsfonds
Der DRSF wurde 2021 nach der Insolvenz von Thomas Cook (2019) eingerichtet, um Pauschalreisende abzusichern. Reiseveranstalter ab einer bestimmten Größe müssen in den Fonds einzahlen. Nach der Pleite von FTI 2024 bearbeitete der Fonds 172.000 Erstattungsanträge und zahlte rund 245 Millionen Euro aus.
Kritik der Branche
Die Tourismusbranche kritisierte die Kosten des Fonds als unverhältnismäßig. Tui erklärte, dass deutsche Veranstalter rund eine Milliarde Euro im Fonds hinterlegt hätten – genug für alle Risiken. Die Kosten würden die Preise für Urlaube unnötig in die Höhe treiben.
Entlastungsschritte im Detail
Ab November müssen Reiseanbieter nur noch 0,25 Prozent ihres Umsatzes mit Pauschalreisen in den Fonds einzahlen, statt wie bisher 0,5 Prozent. Das entlastet die Branche um rund 70 Millionen Euro jährlich. Zum Start des Fonds waren es noch ein Prozent. Zudem wird das Sicherheitskonzept überarbeitet: Unternehmen müssen künftig nur zwischen einem und neun Prozent ihres Umsatzes durch Bankgarantien oder Versicherungen absichern, statt wie bisher fünf bis neun Prozent. Die genaue Quote wird individuell anhand von Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, Umsatzrendite und Liquidität festgelegt. Diese Anpassung senkt die Kosten um etwa 560 Millionen Euro pro Jahr.
Reaktionen und Ausblick
„Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Deutschland“, sagte Ploß. „Die Gelder können jetzt investiert werden, statt in einem ohnehin gut gefüllten Topf brachzuliegen.“ Er kündigte weitere Entlastungen an. Möglich werden die Maßnahmen durch die gute Lage der Branche: Der Markt für Pauschalreisen in Deutschland verzeichnete 2025 ein Rekordjahr mit einem Umsatz von 43,4 Milliarden Euro. Fast die Hälfte der gesamten Reiseausgaben der Deutschen entfiel auf Pauschal- oder vergleichbare Reisen.



