EZB-Umfrage: Verbraucher erwarten wegen Iran-Krieg hohe Inflation
EZB-Umfrage: Hohe Inflation erwartet wegen Iran-Krieg

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und der daraus resultierende Iran-Krieg haben die Energiepreise in die Höhe getrieben und die Inflation im Euroraum deutlich ansteigen lassen. Die Verbraucher in den Euroländern erwarten nun, dass die Lebenshaltungskosten auch über einen längeren Zeitraum hinweg hoch bleiben werden. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Hohe Inflationserwartungen für die nächsten zwölf Monate

Laut der EZB-Umfrage rechnen die Verbraucher im Euroraum im Durchschnitt für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflationsrate von 4,0 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich über dem von der EZB angestrebten Ziel von 2,0 Prozent. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Energiepreise rasant gestiegen, was die Verbraucher besonders an den Tankstellen in Form höherer Spritpreise zu spüren bekommen. Die EZB betonte in ihrer Mitteilung, dass die Unsicherheit hinsichtlich der Inflationserwartungen für die nächsten zwölf Monate unverändert auf einem hohen Niveau geblieben sei.

Mittelfristige Inflationserwartungen leicht rückläufig

Die Umfrage zeigt auch, dass die Verbraucher mittelfristig mit einer erhöhten Inflation rechnen. Für die kommenden drei Jahre erwarten sie eine durchschnittliche Teuerungsrate von 2,9 Prozent. Im März lag dieser Wert noch bei 3,0 Prozent, was auf eine leichte Entspannung hindeuten könnte. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum an. Dieses Ziel sieht die Notenbank als oberste Priorität an, um einen stabilen Euro zu gewährleisten. Der Iran-Krieg hat die Inflation im Euroraum im April auf 3,0 Prozent getrieben und damit deutlich über die Zielmarke der EZB.

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EZB unter Druck: Leitzinserhöhung erwartet

Die Europäische Zentralbank steht aufgrund der hohen Inflationsrate zunehmend unter Druck, geldpolitisch zu reagieren. An den Finanzmärkten wird allgemein damit gerechnet, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung am 11. Juni die Leitzinsen erstmals in diesem Jahr erhöhen wird. Höhere Zinsen würden Kredite für Verbraucher und Unternehmen verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen könnte. Allerdings sind höhere Zinsen auch eine Belastung für die ohnehin schwache Wirtschaft im Euroraum, die unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet. Die EZB muss daher einen schwierigen Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung bewältigen.

Hintergrund der Verbraucherumfrage

Die Verbraucherumfrage der EZB, der sogenannte Consumer Expectations Survey, wird monatlich als Online-Erhebung durchgeführt. Daran nehmen rund 19.000 Verbraucher aus elf Euroländern teil, darunter Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien. Die letzte Umfrage fand zwischen dem 2. April und dem 4. Mai statt. Die EZB nutzt die Ergebnisse dieser Erhebung als Ergänzung zu anderen Datenquellen für ihre geldpolitischen Analysen. Die hohe Beteiligung und die regelmäßige Durchführung ermöglichen es der Notenbank, zeitnah auf Veränderungen in den Inflationserwartungen der Verbraucher zu reagieren.

Die aktuellen Daten verdeutlichen, dass der Iran-Krieg nicht nur geopolitische Auswirkungen hat, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität im Euroraum gefährdet. Die Verbraucher erwarten eine anhaltend hohe Inflation, was die EZB vor große Herausforderungen stellt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Notenbank mit einer Leitzinserhöhung die Inflation eindämmen kann, ohne die Konjunktur weiter zu schwächen.

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