Am 11. Juni 2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen erhöht – auf 2,25 Prozent, ein Plus von 25 Basispunkten. Grund für diesen Schritt sind der Iran-Krieg und der daraus resultierende Energiepreis-Schock. Die EZB betont, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.
Vier Jahre nach dem Inflationsschock
Vor vier Jahren löste Russlands Überfall auf die Ukraine einen ähnlichen Energiepreis-Schock aus. Damals reagierte die EZB viel zu spät, was zu einer Inflation von bis zu 10,6 Prozent führte. Im Mai 2022 warnte Otmar Issing, ehemaliger Chefökonom von Bundesbank und EZB und Architekt der Zwei-Säulen-Strategie, die EZB sei zu zögerlich.
ECB Forum in Sintra als Gradmesser
Ende Juni/Anfang Juli 2026 tagt das ECB Forum on Central Banking im portugiesischen Sintra. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Sitzung eröffnen. Dies ist der perfekte Moment, um Issings Diagnose von 2022 erneut zu hören und zu fragen: Hat die EZB gelernt? Oder wiederholt sich das Muster?
Hintergrund und Quellen
Der Podcast "beyond the obvious" greift diese Fragen auf. In der aktuellen Folge wird Otmar Issings Warnung von 2022 noch einmal thematisiert. Weitere Informationen finden sich im ECB Research Bulletin vom 23. Juni 2026 sowie in einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen vom 12. September 2024 zu Issings Buch "Von der D-Mark zum Euro".
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