Die Salzgitter AG hat einen bedeutenden Schritt in Richtung klimafreundlicher Stahlproduktion gemacht. Mit dem Energiedienstleister EWE wurde eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von jährlich rund 10.000 Tonnen grünem Wasserstoff aus Emden geschlossen. Dies gaben beide Unternehmen am Dienstag in Berlin bekannt. Die Lieferung soll ab 2030 für zunächst sieben Jahre erfolgen.
Erster Großabnahmevertrag für beide Unternehmen
Für EWE handelt es sich um den ersten Großabnahmevertrag für Wasserstoff aus der 320-Megawatt-Erzeugungsanlage, die derzeit in Emden errichtet wird. Auch für Salzgitter ist es der erste Großvertrag mit einem Wasserstoff-Lieferanten. Das Unternehmen plant, in den kommenden Jahren schrittweise auf eine nahezu emissionsfreie Stahlproduktion umzustellen.
Appell an die Politik
„Ohne erste Lieferverträge wird sich keine deutsche Wasserstoffwirtschaft entwickeln“, betonte Salzgitter-Vorstand Gunnar Groebler. Er richtete einen Appell an die Politik, da der Wasserstoff-Hochlauf weiterhin vor hohen Hürden stehe. „Es bedarf nach wie vor umfassender Maßnahmen, um die Kostenlücke zu schließen und unternehmerische Risiken zu minimieren“, so Groebler.
EWE-Chef Stefan Dohler ergänzte: „Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft schützt nicht nur das Klima. Sie stärkt auch die industrielle Resilienz Europas, macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten und hilft dabei, Energie langfristig wettbewerbsfähig zu halten.“ Auch er forderte von der Politik wettbewerbsfähige Strompreise, praktikable Regeln für grünen Wasserstoff und langfristige Investitionssicherheit.
Unterstützung aus der Politik
Bei der Vertragsunterzeichnung waren Gitta Connemann (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie mehrere Kabinettsmitglieder aus Niedersachsen anwesend. Connemann verwies darauf, dass der Bund den Umbau der Stahlproduktion in Salzgitter mit 925 Millionen Euro unterstütze und die Wasserstoffproduktion in Emden mit 267 Millionen Euro fördere.
Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD) zeigte sich erfreut, dass zwei starke Unternehmen aus dem Bundesland vorangehen und langfristig Verantwortung übernehmen. Verträge wie dieser zeigen aus seiner Sicht: „Die Transformation wird konkret.“
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