Neue Tankregel führt zu Preissprung um knapp acht Cent am Mittag
An den deutschen Tankstellen sind die Preise für Kraftstoffe nach dem Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Einschränkung am Mittag deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Auswertung des ADAC kletterte der Preis für einen Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt um kurz nach 12 Uhr auf 2,175 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 7,6 Cent im Vergleich zum Preis kurz vor der Mittagsstunde.
Dieselpreise erreichen neuen Höchststand
Der durchschnittliche Dieselpreis erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 7,5 Cent auf 2,376 Euro. Diese Werte lagen deutlich über den morgendlichen Höchstpreisen vom Vortag und markieren den bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Die neuen Regelungen erlauben es den Tankstellenbetreibern nun, ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags zu erhöhen.
Hintergrund der gesetzlichen Neuregelung
Die Bundesregierung hatte vergangene Woche eine an Österreich orientierte Regelung auf den Weg gebracht, um dem starken Anstieg der Benzinpreise seit Beginn des Irankriegs entgegenzuwirken. Während Preiserhöhungen nun ausschließlich zur Mittagszeit erfolgen dürfen, sind Preissenkungen weiterhin jederzeit möglich. Das Gesetz wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ist damit offiziell in Kraft getreten.
Kritik und Zweifel an der Wirksamkeit
Der Autoclub ADAC und zahlreiche Tankstellenbetreiber bezweifeln jedoch, dass die Neuregelung einen signifikanten Effekt auf die Preisgestaltung haben wird. Ein ADAC-Experte kommentierte, dass die geringere Flexibilität der Mineralölkonzerne offenbar dazu führe, dass Unsicherheiten wie ein potenziell steigender Ölpreis vorweggenommen würden. „Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich“, so der Experte.
Konsequenzen bei Verstößen
Verstöße gegen die neue Tankregel können mit einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Teil des umfassenden „Kraftstoffmaßnahmenpakets“ der Bundesregierung ist auch eine Verschärfung des Kartellrechts, um wettbewerbswidriges Verhalten in der Mineralölbranche effektiver bekämpfen zu können. Die ersten Erfahrungen mit der neuen Regelung zeigen, dass die Mineralölkonzerne das zeitlich begrenzte Fenster für Preiserhöhungen konsequent nutzen.



