Nachtspeicherheizungen: Warum sie so viel Geld verbrennen und wann sich der Austausch lohnt
Nachtspeicherheizungen: Geldverbrenner oder sinnvoll?

Nachtspeicherheizungen: Eine teure Reliquie der Vergangenheit

In deutschen Haushalten sind noch rund 1,6 Millionen Nachtspeicherheizungen im Einsatz – eine Technologie, die sich für viele Bewohner als kostspielige Falle entpuppt. Wer in einer 80-Quadratmeter-Wohnung mit dieser veralteten Heizmethode lebt, muss mit jährlichen Heizkosten von etwa 2000 Euro rechnen. Diese Summe basiert auf einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden und einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde.

Warum Nachtspeicherheizungen so ineffizient arbeiten

Dr.-Ing. Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) bringt es auf den Punkt: „Teurer als mit Nachtstrom zu heizen ist fast nicht möglich.“ Das System der Nachtspeicheröfen, die sich nachts mit Strom aufladen und tagsüber Wärme abgeben, war einst durch günstige Nachtstromtarife attraktiv. Doch seit 2007 sind die steuerlichen Vorteile weggefallen, und die Strompreise sind deutlich gestiegen.

Hinzu kommt die technische Ineffizienz: Nur etwa 30 bis 40 Prozent der eingesetzten Energie werden tatsächlich in Wärme umgewandelt. Ein großer Teil der Energie geht ungenutzt verloren, was die Heizkosten in die Höhe treibt.

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Keine Austauschpflicht, aber dringender Handlungsbedarf

Obwohl die Nachteile offensichtlich sind, gibt es keine gesetzliche Pflicht zum Austausch bestehender Anlagen. Laut Gebäudeenergiegesetz dürfen Nachtspeicherheizungen weiterbetrieben werden. Einschränkungen gelten lediglich für neue Gebäude mit mehreren Wohneinheiten.

Dennoch stellt sich für viele Haushalte die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines Wechsels. In selten genutzten Gebäuden wie Ferienbungalows können die laufenden Kosten laut Wagnitz niedrig bleiben. Auch als Zusatzheizung in einzelnen Räumen kann ein Nachtspeicher sinnvoll sein.

Modernisierung bringt wenig, Systemwechsel umso mehr

Ein kompletter Austausch gegen moderne Nachtspeichergeräte bringt laut Experten wenig. Zwar sind neue Modelle besser regelbar und nutzen Wetterdaten, aber „es handelt sich aber immer noch um Nachtspeicherheizungen“, betont Wagnitz.

Deutlich größer ist der Effekt bei einem vollständigen Systemwechsel. Besonders Wärmepumpen können die Energiekosten je nach Gebäude etwa halbieren. Gleichzeitig sinken die CO₂-Emissionen deutlich. „Der Sprung von Nachtspeicher zu Wärmepumpe würde bei gleichem Komfort und gleichem Strom die CO2-Emissionen auf ein Drittel bis ein Viertel sinken lassen“, erklärt der Energieexperte.

Wohnkomfort und Gesundheitsaspekte

Ein weiterer Vorteil des Wechsels: Der Wohnkomfort kann steigen, da hohe Stromkosten bei Nachtspeicherheizungen oft dazu führen, dass Räume gar nicht oder nur unzureichend beheizt werden. Welche Lösung passt, hängt jedoch stark von der Dämmung und dem Gebäude ab. Eine Energieberatung hilft bei der Auswahl und zeigt mögliche Förderungen auf.

Ein wichtiger Gesundheitsaspekt betrifft ältere Geräte: Nachtspeicheröfen aus der Zeit vor 1984 können Asbest enthalten. Während des Betriebs ist das Risiko gering, aber beim Ausbau gehört die Anlage zwingend in Fachhände.

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