Startschuss für grenzüberschreitendes Fernwärmeprojekt in Görlitz und Zgorzelec
Mit einem symbolischen Spatenstich hat in Görlitz der Bau des ersten Leitungsabschnitts für das europaweit einzigartige Fernwärmeprojekt „United Heat“ begonnen. Die deutsche Stadt Görlitz und ihre polnische Nachbarstadt Zgorzelec starten damit ein länderübergreitendes Energievorhaben, das seit 2020 intensiv geplant und vorbereitet wurde. Das ambitionierte Projekt verfolgt das klare Ziel, bis zum Jahr 2030 die gesamte Fernwärmeversorgung in beiden Städten vollständig auf erneuerbare Energieträger umzustellen.
Bundeswirtschaftsministerin lobt internationale Zusammenarbeit
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte bei der feierlichen Eröffnung in Görlitz die Bedeutung dieser grenzüberschreitenden Kooperation. „United Heat zeigt eindrucksvoll, wie Kommunen bei der Wärmeversorgung über Ländergrenzen hinweg erfolgreich zusammenarbeiten können“, erklärte die Ministerin laut einer offiziellen Mitteilung. Durch die Verknüpfung der Fernwärmenetze werde der Wärmesektor nicht nur kosteneffizient dekarbonisiert, sondern gleichzeitig die Energiesicherheit für Unternehmen und Verbraucher in beiden Städten deutlich gestärkt.
Ambitionierte Klimaziele und massive Investitionen
Das Projekt „United Heat“ verfolgt äußerst ambitionierte Klimaziele. Pro Jahr sollen durch die Umstellung auf erneuerbare Energien insgesamt 50.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Um dieses Vorhaben zu realisieren, werden erhebliche finanzielle Mittel mobilisiert. Mit Beteiligung der Energiekonzerne Eon und Veolia sollen insgesamt Investitionen in Höhe von etwa 200 Millionen Euro getätigt werden. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit rund 80 Millionen Euro, während die Europäische Union weitere 38 Millionen Euro bereitstellt.
Technische Umsetzung und Infrastruktur
Im ersten Bauabschnitt des Projekts ist geplant, den Standort der Wärmeerzeugung im Görlitzer Stadtteil Königshufen über eine 3,8 Kilometer lange Leitung mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec zu verbinden. Parallel dazu sollen auf deutscher Seite vier bislang separate Fernwärmegebiete zusammengeschlossen werden, um eine effizientere Versorgungsstruktur zu schaffen. Am Ende der Bauarbeiten wird die grenzüberschreitende Wärmeinfrastruktur eine Gesamtlänge von zwölf Kilometern umfassen. Diese umfangreiche Leitungsnetz-Erweiterung bildet die technische Grundlage für die nachhaltige Wärmeversorgung der Zukunft in der deutsch-polnischen Grenzregion.
Die Stadtwerke Görlitz betonen, dass durch diese infrastrukturellen Maßnahmen nicht nur die Energieeffizienz deutlich verbessert, sondern auch die Versorgungssicherheit für tausende Haushalte und Unternehmen in beiden Städten langfristig gewährleistet wird. Das Projekt „United Heat“ steht damit exemplarisch für eine gelungene europäische Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung und setzt neue Maßstäbe für grenzüberschreitende Klimaschutzinitiativen.



