Explosion in Katar: Dutzende Verletzte bei Wiederinbetriebnahme von LNG-Anlage
Explosion in Katar: Dutzende Verletzte bei LNG-Anlage

Bei der Wiederinbetriebnahme des Industriekomplexes Ras Laffan in Katar hat sich am Sonntag eine schwere Explosion ereignet. Nach Angaben des Betreibers QatarEnergy traf eine Explosion und ein Brand die lokale Gasversorgungsanlage Barzan. Das Innenministerium Katars teilte auf X mit, dass 54 Menschen bei der Explosion verletzt wurden, zudem werden 18 Personen vermisst. Die genaue Ursache des Zwischenfalls ist noch unklar.

Das Gaswerk Barzan versorgt die heimische Industrie und die Stromerzeugung. Ob die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) beeinträchtigt wird, ist derzeit nicht bekannt. Katar, vor dem Krieg der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt, hatte die Produktion des tiefgekühlten Brennstoffs zu Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran eingestellt.

Hintergrund: Katar als Vermittler im Iran-Krieg

Die Explosion ereignet sich inmitten intensiver diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges. Katar spielt gemeinsam mit Pakistan eine zentrale Rolle als Vermittler zwischen den USA und dem Iran. Am Wochenende fanden in der Schweiz direkte Gespräche zwischen den Delegationen statt, bei denen Fortschritte erzielt wurden.

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Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi lobte die Vermittler und erklärte auf X, es seien „wesentliche Fortschritte“ erzielt worden. Die Vermittler Katar und Pakistan würdigten „ermutigende Fortschritte“ bei den Gesprächen im schweizerischen Bürgenstock.

Straße von Hormus: Schiffsverkehr nimmt wieder zu

Parallel zu den Verhandlungen hat der Iran die Menge an Rohöl, die offen durch die Straße von Hormus transportiert wird, auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erhöht. Rund sechs Millionen Barrel iranisches Rohöl befinden sich an Bord von drei Supertankern – „Elva“, „Virgo“ und „Vigor“ –, die am Montag in die Meerenge einfuhren, wie Daten von Schiffsverfolgungsdiensten zeigen.

Die Supertanker sind Teil einer allgemeinen Zunahme des Verkehrs in beide Richtungen durch die Meerenge, die eine wichtige Verbindung zwischen den energiereichen Produzenten am Persischen Golf und den globalen Märkten darstellt. Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar floss etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch diese schmale Wasserstraße.

Waffenruhe im Libanon: Beratungen zwischen Aoun und Vance

Libanons Präsident Joseph Aoun hat mit US-Vizepräsident JD Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe beraten. An dem Telefonat nahmen auch der US-Gesandte Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani teil, wie das libanesische Präsidialamt mitteilte. Eine Feuerpause zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israel ist zentral für einen Friedensschluss zwischen dem Iran und den USA. Trotz der offiziellen Waffenruhe kam es am Wochenende erneut zu Gefechten.

Der Iran besteht darauf, dass sich Israel aus dem Südlibanon zurückziehen müsse, auch wenn der Wortlaut der Übergangsvereinbarung das nicht ausdrücklich vorschreibt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen Truppenrückzug bislang verweigert. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Israel werde sich nicht aus der „Sicherheitszone“ im Libanon zurückziehen.

Verhandlungen in der Schweiz: Einigung auf Mechanismus für Hormus

Bei den von Katar und Pakistan vermittelten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz gibt es nach iranischen Angaben gute Fortschritte. Unter anderem sei ein Mechanismus für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart worden, teilte das Außenministerium in Teheran mit. Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden abgeschlossen, die technischen Teams setzten ihre Arbeit jedoch fort. Die Vermittler Katar und Pakistan würden ein Dokument mit den vereinbarten Eckpunkten veröffentlichen.

Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden. Auch ein Forum zur Einhaltung der Waffenruhe im Libanon wurde geschaffen. Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden.

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Iran: Präsident signalisiert schriftlichen Verzicht auf Atombombe

Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigte sich bereit, den USA schriftlich zu garantieren, dass der Iran künftig kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde. „Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“, sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. Ob eine solche Zusicherung Teil der laufenden Gespräche mit den USA in der Schweiz sein wird, ließ er offen.

Peseschkian verwies darauf, dass bereits der frühere oberste Führer Ali Chamenei aus religiösen Gründen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe. Chamenei war bei den militärischen Angriffen der USA und Israels am 28. Februar getötet worden und wurde von seinem Sohn Modschtaba beerbt. Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen.

Ausblick: Weitere Gespräche auf Arbeitsebene

Nach dem Auftakt der Gespräche auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.

US-Vizepräsident JD Vance zeigte sich nach der ersten Runde optimistisch: „Wir wollen den Nahen Osten transformieren. Der Iran war bisher ein Treiber der regionalen Instabilität. Jetzt sehen wir die Chance auf Frieden und Wohlstand. Die Benzinpreise in den USA sinken bereits und Öl und Gas fließen langsam wieder. Jetzt schauen wir, ob wir darauf aufbauen können.“