Fed belässt Leitzins unverändert – Warsh widersetzt sich Trump
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erneut nicht angetastet. Der Zentralbankrat stimmte geschlossen für eine weitere Zinspause. Damit bleibt die Spanne zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Auch der neue Fed-Chef Kevin Warsh, der erstmals bei einer Zinsentscheidung verantwortlich war, setzte die von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkungen nicht durch.
Hintergrund der Entscheidung
Die Fed hatte 2025 aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils 25 Basispunkte gesenkt. Bei den bisherigen drei Sitzungen im laufenden Jahr legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage und der erhöhten Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne. Stattdessen scheint im Jahresverlauf eine straffere Geldpolitik wahrscheinlicher, um die Inflation in den Griff zu bekommen.
Auswirkungen des Irankriegs
Grund für die anhaltende Inflation sind die Folgen des Irankriegs und die Blockaden in der Straße von Hormus. Firmen müssen derzeit viel mehr Geld für Öl, Gas und Dünger ausgeben. Dies belegen auch die Mai-Zahlen der größten Volkswirtschaft: Für Energie musste 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise, die sich um etwa 40 Prozent verteuerten.
Die Fed betont, dass die Geldpolitik weiterhin von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Eine Zinserhöhung im Jahresverlauf wird nicht ausgeschlossen.



