Domo Chemicals: Investorensuche für deutsche Standorte bleibt erfolglos
Die Zukunft des Chemieunternehmens Domo Chemicals in Deutschland bleibt weiterhin ungewiss. Für die deutschen Standorte in Leuna (Sachsen-Anhalt) und Premnitz (Brandenburg) konnte bislang kein Investor gefunden werden. Hunderte Arbeitsplätze und die Zukunft des Unternehmens in Deutschland stehen auf dem Spiel.
Insolvenzverwalter bestätigt: Entscheidung noch nicht gefallen
„Der Investorenprozess läuft weiterhin, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Eine endgültige Entscheidung werde wahrscheinlich erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens fallen, das voraussichtlich Anfang April beginnen soll. Namen oder Details zu möglichen Investoren können aus Vertraulichkeitsgründen nicht genannt werden, betonte Flöther.
Land Sachsen-Anhalt sicherte vorübergehenden Weiterbetrieb
Das Unternehmen hatte Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen Insolvenz angemeldet und die sofortige Einstellung der Produktion angekündigt. Wenige Tage später griff das Land Sachsen-Anhalt ein und ermöglichte den vorübergehenden Weiterbetrieb, um die Suche nach Investoren fortzusetzen. Die Kosten für diesen Weiterbetrieb sind derzeit unklar, das Land rechnete Ende Januar mit einem einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.
Produktion von Kunststoffen für Automobil- und Elektroindustrie
In Leuna und Premnitz wurde vor allem Kunststoff produziert, der in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird. Die Insolvenz könnte daher auch Auswirkungen auf andere Unternehmen in der Region haben, etwa Zulieferer von Domo Chemicals.
Betroffen sind hunderte Mitarbeiter
Die meisten Domo-Mitarbeitenden sind in Leuna beschäftigt:
- Domo Chemicals GmbH: etwa 35 Mitarbeiter
- Domo Caproleuna GmbH: etwa 480 Mitarbeiter
- Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz: etwa 70 Mitarbeiter
Chemieindustrie in Ostdeutschland unter Druck
Domo Chemicals zählt zu den großen Unternehmen im Chemie-Dreieck in Sachsen-Anhalt, wo laut Bundesagentur für Arbeit insgesamt 100 Firmen mit rund 10.000 Beschäftigten ansässig sind. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland beschäftigt laut IG BCE 48.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro. Der Branche geht es derzeit nicht gut – erst vor einigen Monaten kündigte Dow Chemical die Schließung von Teilen seiner Anlagen in Schkopau und Böhlen bis Ende 2027 an.
Die drei deutschen Unternehmen gehören zur Domo Chemicals-Gruppe mit Hauptsitz in Gent, Belgien. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, während die Investorensuche fortgesetzt wird.



