Goldpreis im Fokus: Studie zeigt vielversprechende Szenarien
Der Goldpreis schwankt derzeit stark, doch laut einer aktuellen Studie könnte das Edelmetall in den kommenden Monaten deutlich an Wert gewinnen. Der Vermögensverwalter Wisdomtree hat drei mögliche Szenarien für die Entwicklung des Goldpreises bis 2027 berechnet. Dabei zeigt sich: Die Nachfragebasis wird breiter, und langfristig könnte sich Gold auf einem höheren Niveau einpendeln.
Wie entsteht der Goldpreis? Einflussfaktoren im Überblick
Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst: geopolitische Krisen, Inflation, Zinsentscheidungen der Notenbanken, Dollarbewegungen und nicht zuletzt die Nachfrage verschiedener Käufergruppen. Neben Privatanlegern, institutionellen Investoren und Zentralbanken treten laut Wisdomtree zunehmend chinesische Versicherungsgesellschaften, indische Pensionsfonds und Emittenten digitaler Vermögenswerte wie Tether als Nachfrager auf. Auch börsengehandelte Goldfonds (Gold-ETCs) gewinnen an Bedeutung.
Drei Szenarien für den Goldpreis 2027
Die Analysten von Wisdomtree haben für die kommenden zwölf Monate drei Szenarien entwickelt:
- Konsensszenario (Hauptszenario): Der Goldpreis steigt auf 5.500 US-Dollar (etwa 4.766 Euro) je Feinunze. Dies wäre fast ein neuer Höchstpreis, nur knapp unter dem Rekordhoch von 5.594 US-Dollar. Trotz höherer Anleiherenditen und eines stärkeren US-Dollars sorgt anhaltender Inflationsdruck für Rückenwind. Treiber könnten der Iran-Krieg, hohe Staatsausgaben in den USA und Europa oder Lieferkettenprobleme durch Zölle sein.
- Bullenszenario (optimistisch): Die Inflation steigt auf 4 Prozent, ausgelöst durch eine Energiekrise und gestörte Lieferketten. Der US-Dollar wertet stärker ab. Sollte die US-Notenbank auf eine straffere Geldpolitik verzichten, könnte der Goldpreis auf 5.872 US-Dollar (rund 5.073 Euro) je Unze klettern.
- Bärenszenario (pessimistisch): Die US-Notenbank senkt die Inflation durch höhere Leitzinsen auf 2 Prozent, was jedoch das Wirtschaftswachstum schwächt. Der US-Dollar wertet auf, und der Goldpreis fällt auf 4.600 bis 4.650 US-Dollar (rund 3.973 bis 4.016 Euro) je Feinunze. Dieses Szenario gilt als am wenigsten wahrscheinlich.
Muster am Goldmarkt: Erst fallen, dann steigen
Die Studienautoren beobachten ein wiederkehrendes Muster: Nach geopolitischen Schocks gerät Gold trotz seines Rufs als sicherer Hafen zunächst unter Druck, um später wieder zu steigen. Dies zeigte sich bereits bei der Dotcom-Blase, dem Schwarzen Montag 1987 oder dem Russland-Ukraine-Krieg. Der Grund: Fallen die Aktienmärkte, müssen Anleger Liquidität beschaffen und verkaufen Gold. Lässt der Verkaufsdruck nach, erholt sich der Goldpreis meist.
Fazit: Strukturelle Veränderung des Goldmarktes
Die Studie zeichnet ein gemischtes Bild. Kurzfristig ist Gold anfällig für starke Ausschläge durch politische Krisen, Inflation, Zinsen und den US-Dollar. Langfristig jedoch spricht viel für einen höheren Goldpreis, insbesondere durch die steigende Nachfrage neuer Käufergruppen. Für langfristig orientierte Anleger sind Rücksetzer daher eher Teil eines bekannten Musters und kein Warnsignal.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investments sind mit Risiken verbunden, ein Totalverlust ist möglich.



