Der Goldpreis hat seinen zwischenzeitlichen Rückschlag auf das Niveau vom Jahresanfang zunächst abgefedert, doch die Erholung verlor schnell an Kraft. Mittlerweile hat sich der Abwärtstrend wieder durchgesetzt, und das Edelmetall notiert erneut im Minus. Das gibt auch den Analysten von Goldman Sachs zu denken, wie die Nachrichtenplattform Seeking Alpha berichtet.
Die Investmentbank hat ihre Goldpreisprognose für das Jahresende um 500 US-Dollar je Unze gesenkt. Begründet wird diese Einschätzung mit der Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen 2026 unverändert lassen wird. Allerdings würden sich auch Stimmen mehren, die über Zinserhöhungen spekulieren. Das revidierte Kursziel von 4900 US-Dollar (rund 4280 Euro) je Unze für Dezember deutet zwar weiterhin auf steigende Goldpreise in der zweiten Jahreshälfte hin, allerdings rechnen die Analysten nun mit einem geringeren Anstieg als bisher.
Aktueller Goldpreis in Euro am 22. Juni 2026
Der Goldpreis richtet sich vor allem nach Angebot und Nachfrage: Steigt die Nachfrage bei begrenztem Angebot, erhöht sich in der Regel auch der Preis. Üblicherweise wird der Goldpreis pro Feinunze angegeben – das entspricht rund 31,1 Gramm. In unserem Überblick finden Sie zusätzlich die aktuellen Preise für ein, zehn und 100 Gramm Gold.
- 1 Gramm: 117,86 Euro
- 10 Gramm: 1201,16 Euro
- 100 Gramm: 11.844,00 Euro
- 1 Unze: 3665,85 Euro
Quelle: Gold.de (Datenstand: 22. Juni 2026, 09:12 Uhr)
Der Goldpreis ist im Vergleich zum Vortag um 1,16 Prozent gestiegen und notiert aktuell bei rund 3665 Euro pro Unze. Im Jahr 2025 verzeichnete Gold einen Wertzuwachs von 47,49 Prozent. Mit dem jüngsten Rückgang hat sich das Bild für 2026 allerdings gewandelt: Lag das Plus zwischenzeitlich bei rund 20 Prozent, beträgt es seit Jahresbeginn mittlerweile ein Minus von 0,81 Prozent (Quelle: Gold.de).
Goldpreis 2026: Neuer Rekord beim Schlusskurs im März
Der Goldpreis legte in den vergangenen Monaten ein starkes Wachstum hin. Am 2. März erreichte der Goldpreis mit 4553,24 Euro einen neuen Schlusskurs-Rekord. Im Tagesverlauf liegt er mit 3665 Euro pro Unze deutlich darunter. Wichtig: Dabei handelt es sich um einen Wert aus dem laufenden Tageskurs, der Schlusskurs kann anders ausfallen.
Wichtig zu wissen: Der Goldpreis ändert sich mehrmals täglich. Außerdem handelt es sich beim angegebenen Goldpreis um den sogenannten Spotpreis (aktueller Marktpreis). Wer physisches Gold kaufen möchte – also Goldmünzen oder Goldbarren –, muss mit Aufschlägen rechnen, etwa für die Prägung oder die Händlermarge. Der genaue Preis variiert je nach Anbieter. Anleger sollten sich vor dem Kauf oder Verkauf immer mit der derzeitigen Entwicklung vertraut machen.
Experten erwarten weiterhin steigende Kurse
Ob der Goldpreis in diesem Jahr fällt oder steigt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt mehrere Prognosen. Die meisten Analysten gehen eher von einem steigenden Goldpreis aus. Gold ist vor allem in Krisenzeiten eine beliebte Wertanlage unter Anlegerinnen und Anlegern.
Diese Faktoren bestimmen den Goldpreis
Den Goldpreis beeinflussen eine Vielzahl von Faktoren. Zu den wichtigsten gehören geldpolitische Entscheidungen in Bezug auf Zinssätze oder Inflation durch große Zentralbanken wie die US-Notenbank (Fed) oder die Europäische Zentralbank (EZB). Steigende Zinsen machen zinstragende Anlagen attraktiver. Das drückt den Goldpreis. Ein niedriges Zinsumfeld und eine hohe Inflation stärken hingegen die Position von Gold als Wertspeicher. Dadurch steigt der Preis. Auch geopolitische Spannungen, Kriege oder wirtschaftliche Unsicherheit führen oft zu einer höheren Nachfrage und dadurch zu einem steigenden Goldpreis.
Gold wirft keine laufenden Zinsen ab, daher ist die langfristige Wertentwicklung nicht mit Aktien oder ETFs zu vergleichen. Wer Anfang 1990 eine Unze Gold für rund 334 Euro erwarb, steht heute dennoch im Plus. Der Goldpreis liegt aktuell bei etwa 3665 Euro pro Unze. Zudem gilt das Edelmetall als wertbeständig und krisensicher. Viele Menschen nutzen es, um ihr Vermögen gegen schwierige Zeiten abzusichern. Außerdem gibt es kein sogenanntes Kontrahentenrisiko. Gold kann nicht gänzlich an Wert verlieren. Wer sein Gold länger als zwölf Monate hält, muss beim Verkauf zudem keine Steuern zahlen.
Anonyme Goldkäufe: Obergrenze in Deutschland
Der Goldkauf ist in Deutschland nur bis zu einer bestimmten Summe anonym möglich. Wer ohne Angabe von persönlichen Informationen vor Ort Gold kaufen möchte, muss sich an eine Preisgrenze halten. Diese liegt seit 2020 bei 1999,99 Euro. Vorher waren anonyme Käufe bis 9999,99 Euro möglich. Diese Änderung ist auf das Geldwäschegesetz (GWG) zurückzuführen. Händler müssen oberhalb der Grenze die Informationen des Käufers überprüfen und dokumentieren.
Wie lassen sich seriöse Goldhändler erkennen?
Auch beim Goldkauf gibt es viele unseriöse Anbieter. Anleger sollten daher nur bei seriösen und etablierten Händlern einkaufen. Vertrauenswürdige Anbieter sind transparent, was Preise, Herkunft und Echtheit angeht. Die Produkte unterliegen strengen Qualitätskontrollen und stammen aus anerkannten Prägeanstalten. So lassen sich seriöse Händler ausfindig machen:
- Kundenbewertungen
- Mitgliedschaft in Fachverbänden (beispielsweise Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels e. V.)
- Impressum auf der Website
- Klare Geschäftsbedingungen
- Realistische Preise im Vergleich zu anderen Anbietern und zum aktuellen Goldpreis
- Angebot von bekannten Marken (beispielsweise Heraeus oder Umicore)



