Die deutschen Privatbanken haben die Pläne der sechs größten Volkswirtschaften der Europäischen Union begrüßt, die stark zersplitterten Finanzmärkte stärker zu vereinheitlichen. Das Treffen der sogenannten E6-Gruppe in der vergangenen Woche in Berlin sei ein gutes Format gewesen und erhöhe die Chancen auf eine Einigung aller EU-Staaten, erklärte Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), am Montag. „Deswegen ist es ermutigend, dass es in Berlin tatsächlich Fortschritte gegeben hat“, so Herkenhoff weiter.
E6-Papier zur Finanzaufsicht veröffentlicht
Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande hatten am Freitag ein gemeinsames Papier zur Aufsicht über die Finanzmärkte veröffentlicht. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, die Aufsicht über bedeutende Marktinfrastrukturen und bestimmte Handelsplätze schrittweise auf die europäische Behörde ESMA mit Sitz in Paris zu übertragen. Auch die Überwachung sogenannter bedeutender Krypto-Dienstleister soll künftig auf europäischer Ebene erfolgen. Ziel ist es, innovative Finanztechnologien zu fördern und den Binnenmarkt zu stärken.
Stockende Verhandlungen zur Kapitalmarktunion
Die Verhandlungen über eine gemeinsame Kapitalmarktunion stocken seit vielen Jahren. Die zersplitterten Finanzmärkte in den 27 EU-Staaten gelten als erheblicher Standortnachteil im Wettbewerb mit den USA und China. Herkenhoff betonte, dass es nun großen Zeitdruck gebe: „Wir müssen wirklich vorankommen.“ Er räumte ein, dass es bei kleineren EU-Staaten Sorgen gebe, doch das Signal der großen Länder sei positiv. Die europäischen Finanzminister sollten bei ihrem nächsten Treffen Mitte Juni an die Berliner Beschlüsse anknüpfen.
Reaktionen aus der Branche
Die deutschen Privatbanken sehen in der E6-Initiative neuen Schwung für die Kapitalmarktunion. Die Pläne zur stärkeren Vereinheitlichung könnten die Wettbewerbsfähigkeit der EU insgesamt stärken. Herkenhoff betonte, dass die Aufsicht über bedeutende Marktinfrastrukturen und Handelsplätze sowie über Krypto-Dienstleister schrittweise auf die ESMA übertragen werden solle. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die Effizienz und Stabilität der Finanzmärkte zu erhöhen.
Die Initiative der sechs großen EU-Staaten kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU dringend Maßnahmen benötigt, um ihre Wirtschaft zu stärken und den Anschluss an die globalen Finanzmärkte nicht zu verlieren. Die deutschen Privatbanken unterstützen den Vorstoß und fordern eine zügige Umsetzung.



