Schweizer Parlament: Kompromiss bei UBS-Kapitalregeln zeichnet sich ab
Kompromiss bei UBS-Kapitalregeln zeichnet sich ab

Schweizer Parlament: Kompromiss bei UBS-Kapitalregeln zeichnet sich ab

Das Schweizer Parlament könnte im Ringen um strengere Regeln bei der Kapitalabsicherung der UBS einen Kompromissweg einschlagen. Insidern zufolge prüfen Parlamentarier einen neuen Vorstoß, der die Kapitalvorschriften für die Großbank abmildern soll. Damit streben sie einen Mittelweg an zwischen dem Wunsch der Regierung nach strengeren Regeln nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse und den Bedenken der Bank.

Statt der ursprünglich geforderten 100 Prozent an hartem Kernkapital (CET1) zur Absicherung ausländischer Tochtergesellschaften werde nun ein Anteil von 70 bis 80 Prozent diskutiert, sagten vier mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung hatte im April einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine vollständige Unterlegung der Auslandstöchter mit hartem Kernkapital vorsieht. Schätzungen zufolge müsste die UBS dafür rund 20 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital aufnehmen.

Weniger Kapitalbedarf bei abgesenkter Quote

Bei einer Anforderung von 80 Prozent würde sich diese Summe Analysten zufolge auf etwa 15 Milliarden Dollar verringern. Ein zuvor von Parlamentariern ins Spiel gebrachter Anteil von lediglich 50 Prozent könnte es der UBS sogar ermöglichen, ihr derzeitiges Kernkapitalniveau beizubehalten. Da eine parlamentarische Mehrheit für die neuen Regeln als knapp gilt, könnte sich ein Kompromiss zwischen 50 und 100 Prozent als mehrheitsfähig erweisen, erklärten zwei der Insider.

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Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stützen, hoffen einige Parlamentarier, neben dem harten Kernkapital teilweise auf günstigere AT1-Anleihen zurückgreifen zu können. Die Regierung stuft dieses zusätzliche Kernkapital jedoch als riskanter ein. Zudem könnten die Abgeordneten versuchen, eine Gebühr, die die UBS für eine geplante staatliche Liquiditätssicherung zahlen muss, an ihre Kapitalanforderungen zu koppeln.

Widerstand im Plenum erwartet

Der zuständige Ausschuss des Ständerats hat Insidern zufolge Verständnis für das Argument der UBS, dass eine teure Regulierung dem Geschäft und der Wirtschaft schaden würde. Im Plenum des Parlaments dürfte die Bank jedoch auf größeren Widerstand stoßen. Welche Seite sich letztlich durchsetzt, wird maßgeblich von den Abgeordneten der Mitte-Parteien abhängen, deren Stimmen für eine Mehrheit erforderlich sind.

Die Pläne der Regierung hatten den Aktienkurs der UBS belastet und zu Spannungen zwischen Finanzministerin Karin Keller-Sutter und der letzten verbliebenen Schweizer Großbank geführt. Dabei stehen Sorgen um die Finanzstabilität des Landes den Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit der UBS gegenüber. Konzernchef Sergio Ermotti hatte vergangene Woche angedeutet, dass die Bank davon ausgehe, die Reform nicht ganz unbeschadet zu überstehen.

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