Ein lauer Sommerabend auf dem Balkon lädt zum gemütlichen Spielen ein – doch der Spaß endet abrupt, wenn Karten und Spielsteine davonfliegen. Die Journalistin Maren Hoffmann hat sieben Spiele zusammengestellt, die speziell für den Einsatz im Freien geeignet sind und bei denen nichts verweht. Der Artikel erschien erstmals am 10. Juli 2022 und wurde um zwei neue Spiele ergänzt.
„Der Berg ruft“: Taktisches Klettern auf dem Balkontisch
Im Zentrum steht ein solider dreieckiger Holzblock mit Löchern, der den Berg symbolisiert. Zwei Spieler treten gegeneinander an: Jeder führt eine Seilschaft von fünf miteinander verbundenen Stiften, die in die Löcher gesteckt werden. Ziel ist es, ein Teammitglied vor dem Gegner auf den Gipfel zu bringen. Die Regeln sind intuitiv: Man bewegt sich so weit, wie das Seil reicht, und muss am Proviantlager Halt machen. Ein besonderer Clou: Mit den eigenen Stiften können gegnerische Stifte aus dem Berg geschubst werden. Wenn zwei eigene Figuren in den Seilen hängen, verliert man. Das Spiel ist haptisch ansprechend und bietet durch Regelvarianten Abwechslung, bleibt aber überschaubar. Geeignet für zwei Personen ab sieben Jahren, Spieldauer rund zehn Minuten.
„Genius Square“: Schnelles Puzzle-Duell
Bei diesem Legespielklassiker müssen neun tetrisartige Steine auf einem quadratischen Raster untergebracht werden. Zuvor werden die Positionen von sieben Störsteinen erwürfelt. Wer zuerst alle Steine platziert hat, steigt ein Level auf – ab dann dürfen zwei bestimmte Steine nicht mehr aneinander angrenzen, was die Aufgabe erschwert. Wer Level fünf erreicht, gewinnt. Die Regeln sind selbsterklärend, das Spiel geht schnell und motiviert durch eine steile Lernkurve. Varianten wie „Genius Star“ und „Genius Sapphire“ folgen dem gleichen Prinzip. Für zwei Personen ab sechs Jahren, Spieldauer rund fünf Minuten.
„Azul – die Gärten der Königin“: Haptik und Ästhetik
Das vierte Spiel der preisgekrönten „Azul“-Familie besticht durch schwere, bunte, sechseckige Spielsteine, die sich angenehm kühl und glatt anfühlen. Ziel ist es, Gartenauslagen mit Tieren, Pflanzen und Ornamenten zu füllen. Gleiche Farben oder gleiche Symbole dürfen nebeneinander platziert werden, aber nicht beides gleichzeitig. Vier Runden lang wetteifern zwei bis vier Spieler um die geschickteste Anordnung, dann folgt die Endwertung. Das Spiel bietet viele kleine Erfolgserlebnisse und eignet sich hervorragend für laue Sommerabende. Autor: Michael Kiesling, für zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, Spieldauer 45 bis 60 Minuten.
„Project L“: Tetris-Feeling für den inneren Monk
Inspiriert vom Computerspiel Tetris, müssen verschieden geformte Blöcke formschlüssig in Vertiefungen kleiner schwarzer Papptafeln eingerastet werden. Zu Beginn hat man nur zwei winzige Rechtecke, baut sich aber nach und nach einen bunten Fundus auf. Wer eine Form komplett ausfüllt, erhält ein neues Teil. Die Regeln sind in weniger als zwei Minuten erklärt. Das Spielmaterial ist selbstordnend und befriedigt den Ordnungssinn. Für eine bis vier Personen ab acht Jahren, Spieldauer rund 30 Minuten.
„Urbino“: Geistiges Armdrücken für Strategen
Dieses Spiel richtet sich an ernsthafte Taktiker, die Schach oder Go mögen. Auf einem schweren Buchenholzbrett mit Figuren aus Ahorn und Elsbeere versuchen zwei Spieler, ihre Häuser, Paläste und Türme mithilfe eines Architekten zu punktereichen Stadtvierteln zusammenzufügen. Der Zufall spielt keine Rolle – reine Konzentration und Strategie sind gefragt. Hergestellt wird das Spiel in einem Familienbetrieb im Westerwald. Autor: Dieter Stein, für zwei Personen ab zehn Jahren, Spieldauer 30 bis 40 Minuten.
„Smart 10“: Quizspiel mit Taktik und Risiko
200 Karten mit Fragen zu verschiedenen Themen – von Himmelskörperdurchmessern bis zu Verkehrszeichen – sind in einer praktischen Box verstaut. Die Antworten verbergen sich unter Markern, die herausgenommen und wieder eingedrückt werden. Wer richtig liegt, behält den Marker; wer falsch rät, verliert alle erspielten Marker und scheidet für die Runde aus. Man kann jederzeit passen, was dem Spiel eine taktische Komponente verleiht. Es gibt Nachfüllpackungen mit neuen Fragen, unter anderem zu Essen, Reisen oder Harry Potter. Autoren: Arno Steinwender und Christoph Reiser, für zwei bis acht Personen ab zwölf Jahren, Spieldauer rund 20 Minuten.



